Petrus von Pisa
Grammatiker
etrus von Pisa lehrte an der Domschule in Pavia, der Hauptstadt der Langobarden, lateinische Grammatik. Im Zuge der von Karl dem Großen geförderten Bildungsreform kam er als einer der ersten Gelehrten an dessen Hof, wohl um das Jahr 774. Nach der Darstellung Einhards unterrichtete der bereits alte Petrus Karl in lateinischer Sprache, wie es in dessen Vita Karoli Magni im fünfundzwanzigsten Kapitel überliefert ist. Diese Berufung an den Hof zeigt, wie gezielt Karl Gelehrte aus verschiedenen Regionen seines Reiches versammelte, um die lateinische Bildung zu fördern und selbst davon zu profitieren.
Am Hof stand Petrus mit mehreren Gelehrten in Kontakt, darunter Paulus Diaconus und Angilbert. Diese Verbindungen deuten auf ein Netzwerk gelehrter Männer hin, die gemeinsam am Hof Karls wirkten. Gegen Ende seines Lebens, vor dem Jahr 799, kehrte Petrus nach Italien zurück, wo er schließlich starb.
Petrus wird als kein besonders origineller Autor beschrieben, dem zudem eine gewisse Eitelkeit zugeschrieben wurde. Dennoch verfasste er eine Grammatik, die er Karl widmete. Für dieses Werk zog er antike, vor allem spätantike Vorlagen heran, darunter die Werke von Aelius Donatus und Priscian. Neben der Grammatik schrieb Petrus auch Gedichte, die als Carmina überliefert sind.