Pfalz-Lautern
riedrich III. von der Pfalz aus der Linie Pfalz-Simmern des Hauses Wittelsbach vermachte die Kurpfalz an seinen Sohn Ludwig VI. Für dessen Sohn Johann Casimir wurde aus Teilen der Pfalz Pfalz-Lautern gebildet. Es bestand aus den Oberämtern Kaiserslautern und Neustadt an der Haardt sowie dem Amt Sobernheim. Während Ludwig VI. zum Luthertum überging, blieb Johann Casimir dem Calvinismus treu.
Als Gegengewicht zur Universität Heidelberg gründete Johann Casimir die Hohe Schule in Neustadt, das Casimirianum, eine bedeutende calvinistische Hochschule. Er siedelte systematisch reformierte Zuwanderer aus den Niederlanden an und förderte damit die gewerbliche Entwicklung. Die Mittel für seine Politik stammten aus den Einkünften aufgehobener Klöster sowie aus ausländischen Subsidien. Damit stellte er unter anderem für den Freiheitskampf der Niederlande zeitweise Truppenkontingente von bis zu 15.000 Mann, überwarf sich dabei aber mit Wilhelm von Oranien. Seit dem Tod Ludwigs VI. 1583 war Johann Casimir zudem Administrator der Kurpfalz für seinen Neffen Friedrich IV.
Nach dem Tod Johann Casimirs fiel das Gebiet an die Kurpfalz zurück. Zusammen mit dem Fürstentum Simmern kam es 1611 an Ludwig Philipp. Als Teilgebiet der Kurpfalz umfasste das Fürstentum das Oberamt Lautern mit dem Hauptort Kaiserslautern. Unterämter waren Otterberg, Rockenhausen und Wolfstein, hinzu kamen die Gerichte Kübelberg, Ramstein, Steinwenden, Weilerbach, Morlautern, Neukirchen, Alsenborn und Waldfischbach. Das Fürstentum gehörte zum oberrheinischen Reichskreis, und mit seinem Besitz war auch nach dem Verlust der Eigenständigkeit eine Virilstimme im Reichstag beziehungsweise dem Reichsfürstenrat verbunden.
Von 1798 bis 1814 gehörte das Gebiet zu den von Frankreich annektierten linksrheinischen Gebieten und wurde Teil des Département du Mont-Tonnerre. Seit 1816 gehörte das Gebiet zum Königreich Bayern.