Pfalz-Simmern
ehemaliges Herzogtum im Heiligen Römischen Reich
as Fürstentum Simmern setzte sich aus mehreren Gebieten zusammen. Die Stadt Simmern hatten die Pfalzgrafen 1358 von den Raugrafen erworben, unter Friedrich I. wurde sie Residenz mit umfangreichen Bauarbeiten an Stadt und Burg. Die Propstei Ravengiersburg fiel nach dem Tod des letzten Wildgrafen von Kyrburg 1408 als erledigtes Lehen an König Ruprecht und kam 1410 an Pfalz-Simmern, sie bildete den größten Gebietskomplex. Dazu kamen das alte Gericht mit Rheinböllen, Ellern, Dichtelbach, Erbach und Klein-Weidelbach, das neue Gericht mit Mörschbach, Schnorbach, Wahlbach und Mutterschied, sowie die Schultheisserei Klosterkumbd, die Pfalzgraf Stephan 1420 kaufte. Weitere Orte waren Laubach, Bubach und Horn, seit 1302 bei der Pfalzgrafschaft, und das Gericht Schöneberg mit Riegenroth.
Nach dem Tod Ruprechts III. von der Pfalz teilte sich die pfälzische Linie der Wittelsbacher 1410 in vier Linien. Stephan, um 1385 als dritter Sohn Ruprechts geboren, stiftete die Linie Pfalz-Simmern-Zweibrücken und heiratete Anna von Veldenz. Seine Söhne Friedrich und Ludwig teilten 1459 die Besitzungen: Ludwig gründete Pfalz-Zweibrücken, Friedrich I. erhielt das Fürstentum Simmern, das er bereits seit 1444 von Kastellaun aus regierte, und wurde so eigentlicher Begründer von Pfalz-Simmern. Als die Heidelberger Linie 1559 mit Ottheinrich ausstarb, trat die reformierte Linie Pfalz-Simmern das Erbe in der Kurpfalz an. Sie erlosch 1685 mit Karl II., dem Bruder Liselottes von der Pfalz, worauf die Linie Pfalz-Neuburg folgte, die sich 1569 von Pfalz-Zweibrücken gelöst und 1614 Jülich und Berg erworben hatte.
Die Linie Pfalz-Simmern führte das Wappen der wittelsbacher Pfalzgrafen, ergänzt um das Wappen der vorderen Grafschaft Sponheim. Der gevierte Schild zeigt die wittelsbacher Rauten und den kurpfälzischen Löwen, während das Sponheimer Schachbrett in Blau und Gold als Herzschild aufgelegt ist. Der Helm trägt eine goldene Fürstenkrone, die Helmdecke ist außen schwarz und innen gelb. Als Helmzier erscheinen Büffelhörner mit blau-weißen Rauten und ein gekrönter Löwe mit Pfauenwedel, der zur Helmzier des sponheimer Wappens gehört.