Pfalz-Sulzbach
Fürstentum
ie Grafen von Sulzbach starben 1188 aus, ihr Besitz fiel überwiegend an die Wittelsbacher. Ab 1505 gehörte Sulzbach zur Jungen Pfalz. Nach dem Heidelberger Sukzessionsvertrag von 1557 kam das Gebiet an Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken, der es als Paragium weitergab. 1614 wurde Sulzbach erneut als Paragium abgetrennt, diesmal für Pfalzgraf August. Dessen Sohn Christian August erlangte 1656 im Neuburger Hauptvergleich die Souveränität und konvertierte zum katholischen Glauben, während die Untertanen überwiegend protestantisch blieben. 1742 starb die Neuburger Hauptlinie aus, und der Zweig Sulzbach übernahm unter Karl Theodor die Nachfolge. 1777 wurden auch die bayerischen Wittelsbacher beerbt, so dass Pfalz und Bayern erstmals seit Jahrhunderten wieder vereinigt waren. Nach dem Aussterben der Linie Sulzbach 1799 fielen die Territorien an Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler-Zweibrücken. 1808 wurde das Herzogtum aufgehoben und ging im neuen Königreich Bayern auf.
Das Fürstentum erstreckte sich im heutigen Regierungsbezirk Oberpfalz vom Gebiet der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg im Westen bis zur Grenze des Königreichs Böhmen im Osten. Es wurde wiederholt von fremdem Territorium unterbrochen, darunter dem zum Hochstift Bamberg gehörenden Amt Vilseck. Bei seiner Gründung 1615 bestand es aus den Ämtern Sulzbach, Flossenbürg und Vohenstrauß sowie einem Anteil am Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden. 1714 kam die zweite Hälfte dieses Amtes hinzu, 1765 wurde das Pflegamt Pleystein eingegliedert. Im Jahr 1802, kurz vor dem Aufgehen in die bayerischen Landgerichte, zählten die fünf Sulzbacher Ämter zusammen 31.170 Einwohner.
Die Pfalzgrafen von Neuburg erlangten trotz ihres kleinen, zerstreuten Territoriums europäische Bedeutung, weil sie verwandtschaftliche Beziehungen zu den mächtigsten Fürstenhäusern Europas knüpften. Durch Erbe fielen ihnen 1609/14 die reichen niederrheinischen Länder des Herzogtums Jülich und Berg zu, 1685 auch die Kurpfalz. 1742 starb die Hauptlinie der Neuburger Pfalzgrafen aus. Der Zweig Sulzbach trat die Nachfolge an und beerbte 1777 sogar die verwandten bayerischen Kurfürsten, so dass unter Pfalz-Sulzbach die großen wittelsbachischen Länder vereinigt wurden.