Pfalz und Kloster Memleben
Bauwerk in Kaiserpfalz, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt
ährend eines Jagdaufenthalts in Bodfeld bei Elbingerode im Harz erkrankte Heinrich I. schwer, vermutlich an einem Schlaganfall. Über Erfurt, wo er auf einer Reichsversammlung seine Nachfolge regelte, reiste er nach Memleben und verstarb dort am 2. Juli 936 wohl an einem weiteren Schlaganfall. Liutprand von Cremona berichtet, der König sei in einer Burg an der Grenze der Thüringer und Sachsen namens Memleben von einer schweren Krankheit befallen worden und zum Herrn eingegangen. Sein Leichnam wurde nach Quedlinburg überführt und im Vorgängerbau der Stiftskirche St. Servatius beigesetzt.
Otto I. hielt sich mindestens viermal in der Pfalz Memleben auf und stellte hier in den Jahren 942, 948/49, 950 und 956 mehrere Urkunden aus. Auffällig ist, dass er dort keine hohen kirchlichen Feiertage verbrachte und auch keine Hof- oder Reichstage abhielt. 973 plante er, das Pfingstfest in Memleben zu verbringen, und traf am Dienstag vor Pfingsten dort ein. Möglicherweise hatte er seinen baldigen Tod geahnt und sich bewusst an den Sterbeort seines Vaters begeben. Über die Umstände seines Todes am 7. Mai 973 berichten sowohl Widukind von Corvey als auch Thietmar von Merseburg. Sein Leichnam wurde nach Magdeburg überführt und dort neben dem Grab seiner früh verstorbenen Gattin Edgitha beigesetzt. Seine Eingeweide verblieben in Memleben und wurden in der Nacht nach seinem Tod in einer nicht lokalisierbaren Marienkirche beigesetzt.
Otto II. hielt sich bereits beim Tod seines Vaters in Memleben auf und stellte auch in den Jahren 974, 975 und 980 dort Urkunden aus. Spätestens zu Beginn des Jahres 979 stiftete er zusammen mit seiner Frau Theophanu zum Gedenken an seinen Vater ein Benediktinerkloster und stattete es mit Schenkungen von Ortschaften und Gerechtsamen im heutigen Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Hessen aus. Am 20. Mai 979 ließ er in Allstedt eine Urkunde ausstellen, mit der dem Kloster Kapellen in Allstedt, Osterhausen und Riestedt überschrieben wurden, außerdem erhielt Memleben den Zehnt im Friesenfeld und Hassegau. Auch Burgen im Land der Heveller an der Havel sowie Burgen und Burgwarde an der Elbe wurden übertragen, was eine Besitzkonzentration im unter Heinrich I. eroberten Gebiet der mittleren Elbe deutlich macht. Das Kloster sollte auch die Mission in den slawischen Siedlungsgebieten vorantreiben, doch gingen mit dem Aufstand der slawischen Liutizen und Abodriten im Jahr 983 bereits wieder Besitzungen verloren.
Heinrich II. bestätigte am 16. November 1002 in Regensburg dem Abt Reinhold die durch seine Vorgänger zugesicherten Güter und Privilegien, stellte das Kloster den Reichsklöstern Fulda, Corvey und Reichenau rechtlich gleich und verlieh ihm die freie Wahl des Abtes und des Vogtes. Im Jahr 1015 entzog er dem Kloster jedoch alle Rechte und unterstellte es als Propstei dem Kloster Hersfeld. Im Gegenzug erhielt er Güter für das neu gestiftete Bistum Bamberg. 1033 weilte mit Konrad II. zum letzten Mal ein römisch-deutscher König in Memleben.