Pfalz Wimpfen
Burgruine in Deutschland
impfen im Tal war schon zur Zeit der Römer eine ummauerte Siedlung an einem Neckarübergang. Im 6. Jahrhundert wurde das Gebiet fränkisches Königsgut, der Bischof von Worms gewann früh Einfluss und Besitz. Zur Rückgewinnung von verlorenem Königsgut errichteten die Staufer in Wimpfen eine Pfalz. Kaiser Friedrich I. Barbarossa gilt als vermuteter Begründer, sein Aufenthalt ist am 9. Februar 1182 bezeugt. Heinrich VI. war dreimal in Wimpfen, Friedrich II. mindestens achtmal, sein Sohn Heinrich (VII.) unterwarf sich ihm dort 1235 und ist insgesamt vierzehn Mal belegt. Nach den Staufern kamen Rudolph von Habsburg 1282, Adolph von Nassau 1297, Albrecht I. 1300, 1305 und 1306, Heinrich VII. 1309 und Ludwig der Bayer mehrfach. Friedrich der Schöne hielt sich 1320 in Wimpfen auf und warb dort um Gefolgsleute gegen Ludwig den Bayern. Vermutlich öffnete der Landvogt Konrad IV. von Weinsberg ihm die Pfalz, wonach 1320/22 ein Brand die Anlage ruinierte, was zur Aufgabe der Pfalz und zum Abriss von Palas und einem Bergfried führte.
Der Palas war der repräsentative Saalbau und das zentrale Gebäude der Pfalz. Erhalten sind nur Nord- und Ostmauer bis zur Deckenhöhe des Obergeschosses. Der Bau hatte eine Länge von etwa 36 Metern und eine größte Breite von 16,70 Metern. In der Nordwand sind im Obergeschoss drei Arkadenfenster mit vierzehn Arkaden erhalten, die Bogen ruhen auf Kämpfern mit Säulen und Scheibenwürfelkapitellen. Der Bau wurde nach Ludwig Hildebrandt und Nicolai Knauer kurz nach der Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet und war spätestens in den 1170er Jahren vollendet. Gleichzeitig wurde an der Südwestecke der Pfalz ein Bergfried errichtet, der die Westflanke sicherte.
Der Rote Turm ist ein erhaltener Bergfried an der Ostspitze der Pfalz, 23 Meter hoch mit einer Grundfläche von etwa zehn mal zehn Metern. Am unterschiedlichen Gestein sind drei Bauabschnitte erkennbar; der untere Bereich aus Buckelquadern datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Arbeiten begannen vermutlich in den späten 1170er oder 1180er Jahren und wurden mit dem Tod Friedrich Barbarossas 1190, spätestens mit dem Tod Heinrichs VI. 1197, gestoppt und erst 1217 wieder aufgenommen. Im späten Mittelalter wurde der Turm um vier Meter erhöht. Der Turm brannte 1645 aus, nur das massive Mauerwerk blieb erhalten.