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Philipp I. von Heinsberg

Erzbischof des Erzbistums Köln, Erzkanzler von Italien (1167–1191)

hilipp war der zweitälteste Sohn Goswins II., des Herrn von Heinsberg und Falkenburg, und dessen Frau Adelheid von Sommerschenburg. Er wurde an den Domschulen in Köln und Reims ausgebildet. Vor seiner Zeit als Erzbischof wirkte er als Domdechant in Köln und als Dompropst in Lüttich. Im Spätsommer 1167 wurde er zum Leiter der Reichskanzlei und zum Erzbischof von Köln bestellt, die Weihe erfolgte am 29. September 1168 in Köln.

Philipp setzte die Machtsteigerungspolitik seiner Vorgänger fort und verstärkte die territoriale Ausdehnung, indem er Burgen seiner Vasallen aufkaufte und als Lehen neu vergab. So blieb er zwar Lehnsnehmer des Kaisers, doch die Bindung der Vasallen an den Erzbischof wurde stärker, unabhängig von einer neuen kaiserlichen Bestätigung nach dem Tod des amtierenden Kaisers. Friedrich I. sah darin eine Bedrohung und unterstützte konkurrierende Adlige wie Graf Heinrich IV. von Namur-Luxemburg im Grafenhaus von Hennegau. Zudem erteilte er den Städten Aachen und Duisburg Handelsprivilegien, um die Wirtschaftsmacht Kölns zu schwächen.

Trotz dieser Spannungen gehörte Philipp zu den wichtigsten fürstlichen Gefolgsleuten des Kaisers und nahm an mehreren Italienfeldzügen teil. 1176 war er an der Niederlage in der Schlacht von Legnano beteiligt, durch die die kaiserliche Macht in Italien zusammenbrach. Am 19. Juni 1178 bestätigte Papst Alexander III. ihm alle Rechte. Philipp war maßgeblich am Sturz Heinrichs des Löwen beteiligt, wodurch am 13. April 1180 in der Gelnhäuser Urkunde das Herzogtum Westfalen dem Kölner Erzbistum zugesprochen wurde. Mit diesem Sturz und der Übernahme Westfalens wurde Philipp zum mächtigsten Fürsten der nördlichen Reichshälfte.

Philipp starb im Sommer 1191 während der Belagerung Neapels durch kaiserliche Truppen an einer ungeklärten Seuche, wobei verschiedene Quellen die Pest oder die Malaria nennen. Seine Gebeine wurden nach Köln gebracht und am 26. September 1191 im alten Dom beigesetzt. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts errichtete man nach Fertigstellung des Chores des gotischen Domes in der Maternuskapelle das noch bestehende Hochgrab, in das die Gebeine umgebettet wurden. Das Hochgrab zeigt den Erzbischof im Schönheitsideal der Hochgotik, jugendlich und idealisiert, umrahmt von einer Miniaturstadtmauer mit Türmen und Toren als Erinnerung an seine Verdienste bei der Stadtbefestigung.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Philipp I. von HeinsbergVersionsgeschichteBearbeitungsstand 258869006redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Elke Wetzig (Elya)entstanden um 1300CC BY-SA 3.0Quelle