Philipp VI. (Frankreich)
König von Frankreich (1328–1350)
m 1. Februar 1328 starb mit Karl IV. dem Schönen der letzte König der Kapetinger, ohne in direkter Linie einen erbberechtigten Sohn hinterlassen zu haben. Philipp von Valois wurde als Cousin ersten Grades des toten Königs mit der Regentschaft über das Königreich betraut. Die Entscheidung für Philipp von Valois war für das französische Thronfolgereglement von nachhaltigem Einfluss, denn dadurch wurden Frauen ganz daraus ausgeschlossen und fremden Herrschern die Möglichkeit genommen, durch eine Einheirat in die königliche Familie die Krone an sich zu bringen.
Am 1. April 1328 brachte die Königinwitwe eine Tochter zur Welt, worauf sich Philipp noch am selben Tag zum König proklamieren ließ. Am 29. Mai 1328 wurde Philipp mit seiner Frau in der Kathedrale von Reims in Anwesenheit zahlreicher Pairs und des Königs Johann von Böhmen zum König gesalbt und gekrönt.
Als Philipp am 24. Mai 1337 die Guyenne und die Grafschaft Ponthieu konfiszierte, weil Eduard seinen Lehnspflichten nicht nachgekommen sei, kündigte dieser sein Treueverhältnis zu dem, der sich König von Frankreich nenne, auf. Dies bedeutete faktisch den Eintritt des Kriegszustandes zwischen beiden Königreichen. Eduard III. suchte ein Bündnis mit rheinischen Fürsten und schließlich mit Kaiser Ludwig dem Bayer, der ebenfalls ein Gegner Frankreichs war. Im August 1338 kam es in Koblenz zu einem formellen Bündnis des englischen Königs mit dem Kaiser, das aber kaum zum Tragen kam.
Am 11. Juli 1346 landete Eduard mit einem Heer unerwartet in der Normandie. Nördlich von Abbeville kam es am 26. August zur Schlacht bei Crécy, wo das französische Ritterheer eine vernichtende Niederlage erlitt. Auch Johann von Böhmen fiel im Kampf. Am 22. August 1350 verstarb Philipp im Alter von 57 Jahren.