Pyrenäen
Gebirgskette im Südwesten Europas, die Spanien, Frankreich und Andorra abgrenzt
Geographie
ie Pyrenäen gliedern sich in die westlichen oder atlantischen Pyrenäen, die Hoch- oder Zentralpyrenäen und die östlichen Pyrenäen mit dem Pic du Canigou. Die Hochpyrenäen reichen vom Port de Canfranc im Westen bis zum Val d’Aran im Osten. Die Abgrenzung zum Kantabrischen Gebirge ist fließend und lässt sich etwa entlang der Linie Pamplona bis Donostia-San Sebastián ziehen. Der höchste Berg ist mit 3404 Metern der Pico de Aneto im Maladeta-Massiv. Es gibt rund zweihundert Gipfel über 3000 Metern, die höchsten davon vergletschert. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts gehen die Gletscher stark zurück, so hat der Ossoue-Gletscher am Vignemale viel von seiner einstigen Größe verloren.
Geschichte
Vor der Besiedelung durch Cro-Magnon-Menschen war das spanische Vorland der Pyrenäen bereits von Neandertalern bewohnt, wie Funde in der Höhle Cova Gran de Santa Linya belegen. Von steinzeitlicher Besiedlung zeugen die Cromlechs der Pyrenäen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts spielte Schmuggel eine wichtige Rolle, wobei im Westen Pottok-Ponys und im Osten Mérens als Schmugglerponys dienten. Nach dem sich abzeichnenden Sieg der Franco-Truppen im Spanischen Bürgerkrieg setzte Ende 1938 die Flucht republikanisch gesinnter Spanier über die Pyrenäen nach Südfrankreich ein. Diese Retirada erreichte ihren Höhepunkt in den ersten Monaten des Jahres 1939, nachdem die französische Regierung die Grenze am 28. Januar für Zivilisten und am 5. Februar für Angehörige der republikanischen Streitkräfte geöffnet hatte.
Politik und Wirtschaft
Das kleine Fürstentum Andorra liegt in den östlichen Pyrenäen. Wie dem Alpenraum kommt auch den Pyrenäen eine kulturell verbindende Funktion zwischen den drei Anrainerstaaten zu, was sich etwa durch die gemeinsame Verwendung von Aragonesisch, Katalanisch, Gaskognisch und Baskisch zeigt. Es wird extensive Weidewirtschaft mit Schafen, Rindern und Ziegen betrieben, im Sommer auch als Almwirtschaft, während die klassische Wanderweidewirtschaft heute nahezu verschwunden ist. Vor allem in den westlichen Pyrenäen werden im dort vorherrschenden Kalkgestein in Höhlen verschiedene Käsesorten aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch gereift, etwa der Ossau-Iraty Brebis-Pyrénées und der Pyrenäenkäse aus dem Baskenland. In den Vorgebirgen wird sowohl auf französischer als auch auf spanischer Seite Weinbau betrieben.
Verkehr
Wie jedes Hochgebirge stellen die Pyrenäen ein bedeutendes Hindernis für den landgebundenen Verkehr dar. Die wichtigsten Straßen- und Bahnverbindungen liegen daher ganz im Osten und ganz im Westen des Gebirges, dort, wo es noch relativ niedrig ist.