Quedlinburg
Stadt im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt, Deutschland; seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe
edeutung erlangte Quedlinburg im 10. Jahrhundert als Königspfalz, in der die Schwestern des Kaisers wohnten und die deshalb von den ottonischen Herrschern zur Feier des Osterfestes genutzt wurde. Erstmals erwähnt wurde der Ort als villa quae dicitur Quitilingaburg in einer Urkunde König Heinrichs I. vom 22. April 922. Später bestimmte Heinrich I. den Ort zu seiner Grablege. Nach seinem Tod im Jahr 936 in Memleben wurde sein Leichnam nach Quedlinburg überführt und in einer Kapelle auf dem Schlossberg bestattet.
1326 schloss sich die Stadt mit Halberstadt und Aschersleben zum Halberstädter Dreistädtebund zusammen, der 150 Jahre Bestand hatte. In den folgenden vier Jahrhunderten nahm Quedlinburg einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wie in anderen Städten der Region waren Gewandschneider- und Kaufmannswesen besonders intensiv. Um 1330 wurde die Altstadt mit der im 12. Jahrhundert gegründeten Neustadt belehnt; beide agierten fortan geschlossen als Stadt Quedlinburg. Zum wirtschaftlichen Erfolg gesellte sich 1336 ein politischer, als die Stadt in einem regionalen Konflikt zwischen dem Halberstädter Bischof und dem Grafen von Regenstein letzteren gefangensetzen konnte.
Die romanische Stiftskirche St. Servatii des ehemaligen Frauenstifts thront weithin sichtbar auf dem Schlossberg über der Stadt. Der jetzige, vierte Kirchenbau an gleicher Stelle wurde nach einem Brand im Jahr 1070 begonnen und im Jahr 1129 geweiht. Die Stiftskirche St. Servatii wird auch als Dom bezeichnet. Der romanische Kirchenraum ist durch den niedersächsischen Stützenwechsel und einen imposanten, innen und außen verlaufenden Relieffries gekennzeichnet. Der Hohe Chor wurde unter der Äbtissin Jutta von Kranichfeld bis 1320 im gotischen Stil umgebaut.