Rahewin
Schreiber und Notar des Bischofs Otto von Freising
ber Rahewins Herkunft ist wenig bekannt, möglicherweise stammte er aus Freising. 1144 wird er erstmals als cartularius des Bischofs Otto von Freising erwähnt. Weitere Dokumente nennen ihn capellanus und notarius, ab 1156 auch canonicus der Freisinger Domkirche. In zahlreichen Urkunden erscheint er als Schreiber oder Zeuge, wobei sein Name in den unterschiedlichsten Schreibweisen auftaucht, darunter Ragewinus, Radevicus, Reguinus und Rachwynus.
Nach dem Diktat Ottos von Freising schrieb Rahewin die Chronica sive Historia de duabus civitatibus nieder und überreichte sie 1157 gemeinsam mit Abt Rapoto von Weihenstephan Kaiser Friedrich Barbarossa. Er begleitete Otto auf Reisen und war 1158 bei dessen Tod in der Zisterzienserabtei Morimond anwesend. Otto beauftragte Rahewin, sein unvollendetes Werk über die Taten Kaiser Friedrichs zu beenden. Vermutlich überbrachte Rahewin dem Kaiser die Nachricht vom Tod Ottos, der den Auftrag bestätigte. Rahewin schrieb Buch drei und vier der Taten Friedrichs und vollendete sie 1160. Er schildert Ereignisse von August 1157, dem Feldzug Friedrichs gegen Polen, bis Februar 1160, der Synode in Pavia zur Beilegung des Schismas zwischen Papst Alexander III. und Gegenpapst Viktor IV.
Rahewin verfasste auch lateinische Gedichte, darunter eine mehrere Hundert Verse umfassende Version der Theophilus-Legende des Paulus Diaconus in gereimten Hexametern sowie einen Flosculus Rahewini ad H. praepositum. In den Taten Friedrichs sind zwei Grabinschriften für Otto enthalten, eine in Vagantenstrophen, die andere in gereimten Hexametern. Nach 1160 gibt es nur spärliche Nachrichten über ihn. Zwei Urkunden für das Kloster Schäftlarn von 1168 und 1170 nennen ihn Propst von St. Veit. 1177 ist bereits ein Konrad als Propst von St. Veit überliefert, so dass Rahewin wohl vorher verstorben war.