Recklinghausen
Kreisstadt im Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Mittelalter
öglicherweise bestand die Siedlung seit Anfang des 9. Jahrhunderts als befestigte Hofanlage südlich des Vestischen Höhenrückens, wie auch die Urpfarrei St. Petrus. Archäologische Nachweise dafür fehlen jedoch noch. Gesichert ist, dass Recklinghausen und seine Umgebung zum Missionsbereich des Kölner Bistums gehörten, das im Norden bis zur Lippe reichte. Im Jahr 1017 wird Recklinghausen erstmals als Ricoldinchuson erwähnt. In der zugehörigen Urkunde sollte ein Gutshof lokalisiert werden, den Kaiser Heinrich II. der Bischofskirche in Paderborn übereignete.
Frühe Neuzeit
Erst Erzbischof Salentin von Isenburg konnte 1576 das Pfand auslösen. Mit dem Salentinischen Rezess vom 26. August 1577 verbriefte er der Stadt die Freiheiten, die in den 130 Jahren der Pfandherrschaft von den Herren von Gemen und den Grafen von Schaumburg missachtet worden waren.
19. Jahrhundert
Nach Aufhebung des Kurfürstentums Köln kam das Vest Recklinghausen durch den Reichsdeputationshauptschluss zum Herzogtum Arenberg, als Entschädigungsland für verlorene Territorien westlich des Rheins. Recklinghausen mit wenig mehr als 3500 Einwohnern wurde eine Nebenresidenz, was mit einer von Frankreich ausgehenden rechtlichen Modernisierung von Handel, Gewerbe, Verwaltung und Justiz einherging. 1811 kam die Stadt zum Großherzogtum Berg, einem Vasallenstaat Napoleons. Wirtschaftlich prägend waren vor allem Leinwandwebereien, Brauereien und Brennereien, außerdem Spinnereien, Mühlen, Ziegeleien, Druckereien und Papierfabriken.
Christentum
Recklinghausen gehörte seit dem Hochmittelalter kirchenrechtlich zum Erzbistum Köln und war mit dem gesamten Vest dem Archidiakonat Dortmund unterstellt. Die damit verbundene politische Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Köln ist der Grund, warum die Reformation dort nicht Fuß fassen konnte. Daher blieb Recklinghausen über Jahrhunderte eine katholische Stadt. Nach Auflösung des Archidiakonats Dortmund 1612 bildete das Vest ein besonderes geistiges Kommissariat innerhalb des Erzbistums Köln. Die Kirche St. Peter in Recklinghausen wurde die Mutterkirche für das gesamte Umland.