Reichsabtei St. Maximin
ehemals größtes Benediktinerkloster in Trier
er Legende nach wurde das Kloster durch Bischof Maximin von Trier im 4. Jahrhundert gegründet. Im 6. Jahrhundert entstand an der Grabstätte eine Benediktinerabtei, die später zur Reichsabtei wurde. Am 5. April 882 zerstörten die Normannen das Kloster. 899 zog sich Regino von Prüm dorthin zurück, 909 wurde Eberhard von Franken Laienabt. 937 wurde von St. Maximin aus das Mauritiuskloster in Magdeburg besiedelt. Vom 10. bis Mitte des 12. Jahrhunderts waren die Grafen von Luxemburg Vögte der Abtei; der Versuch Albero von Montreuils, die reichsunmittelbare Abtei unter seine Jurisdiktion zu zwingen, misslang. 1140 bestätigte der Papst die Exemtion der Mönche. Die Reichsunmittelbarkeit wurde durch Kurtrier lange angefochten, bis sich Abt und Konvent 1669 endgültig der kurtrierischen Landeshoheit unterwarfen. Aus dieser umstrittenen Zeit sind viele Quellen erhalten, darunter rund 250 Prozessakten zu Hexenprozessen. 1674 zerstörten französische Truppen das Kloster erneut, der Wiederaufbau erfolgte 1680 bis 1684 unter Abt Alexander Henn, finanziert unter anderem durch ein Darlehen des Fährmanns Philipp Dictius-Dixen.
Zahlreiche Urkunden belegen den Besitz der Abtei in der Umgebung, etwa Weimerskirch, das 723 von Karl Martell geschenkt wurde, sowie Kenn, Laubuseschbach und Münsterappel, die 893 von Arnolf von Kärnten übergeben wurden. Die Abtei war seit frühester Zeit auch in der Stadt Luxemburg begütert. Ihr Vogt, Graf Siegfried I., Gründer von Stadt und Land Luxemburg, erwarb 963 von ihr einen römischen Wachturm, den er zur Burg Lucilinburhuc ausbaute, der Keimzelle der heutigen Stadt. Auch danach blieb die Abtei dort präsent, mit dem Refugium St. Maximin, das heute als Luxemburger Staatsministerium dient.
Nach der Säkularisation 1802 wurde der Bau als Kaserne, Garnisonkirche, Gefängnis und Schule genutzt. Ab 1871 lagen Teile eines Infanterie-Regiments dort in Garnison, 1919 übernahmen die Franzosen die Kaserne. Im Zweiten Weltkrieg belegte die Wehrmacht das Gebäude kurzzeitig, der Rest der Abteibauten wurde durch Bombenangriffe zerstört. 1953 wurde bei Ausschachtungen ein kleiner Grabbau mit Apsis entdeckt. Von 1979 bis 1995 wurde die ehemalige Abteikirche zu einer Turn- und Festhalle umgestaltet, der entstandene Konzertraum mit rund 1200 Plätzen ist für seine Akustik bekannt. 1983 zog die Konstantin Hauptschule Trier ein, 1996 in Privatschule St. Maximin umbenannt. Seit mehreren Jahren kann das entdeckte Gräberfeld mit über 1000 Sarkophagen besichtigt werden.