Reichsstadt Münster im Gregoriental
Territorium des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation
ie Reichsstadt geht auf die zerstörte Benediktinerabtei Münster St. Gregor zurück. Laut mündlicher Überlieferung ließen sich 634 Eremiten unter dem Schutz des heiligen Gregorius im Tal nieder. Später bildete sich um den Abt Colduvinus eine Klostergemeinschaft, das monasterium confluentis. König Childerich II. und spätere merowingische Herrscher, darunter Dagobert, beschenkten die Abtei mit Gütern und Privilegien; Dagobert vermachte ihr sogar Krone, Zepter und Krönungsschwert, die bis zur Französischen Revolution in der Schatzkammer blieben. Um das Kloster entstand die Stat Münstertal. Im Dezember 1235 stellte Kaiser Friedrich II. in Hagenau einen Schirmbrief aus, wodurch das Tal im 13. Jahrhundert zur Reichsstadt wurde. Der Stadtrat tagte bis 1550 im Kloster, das Gründungskloster wurde als Reichsabtei mit Sitz auf dem Reichstag unter den Prälaten erhoben.
Münster im Gregoriental gehörte ab 1414 bis zum Westfälischen Frieden durchgehend elsässischen Städtebünden an. Anfang des 14. Jahrhunderts schlossen sich zunächst Straßburg, Hagenau und Colmar zusammen, später kamen weitere Städte hinzu. 1328 traten alle elsässischen Reichsstädte außer Weißenburg dem Rheinischen Städtebund bei. 1342 schlossen Schlettstadt, Obernai, Seltz, Colmar, Kaysersberg, Münster im Gregoriental, Türckheim und Mülhausen in Schlettstadt einen dreijährigen Bund, der 1346 verlängert wurde. 1354 entstand auf Empfehlung des späteren Kaisers Karl IV. ein neuer Bund mit neun Städten, darunter Münster im Gregoriental, unter der Landvogtei Hagenau. Alle Mitglieder verpflichteten sich zu gegenseitigem Beistand außer gegen den Kaiser. 1379, nach dem Tod Karls IV., wurde ein neues Bündnis unter acht Städten für fünf Jahre geschlossen.
Im Westfälischen Frieden erhielt die Krone Frankreichs nur die Besitzungen des Hauses Österreich sowie die Oberhoheit über den größten Teil des Elsass, während andere Reichsglieder in ihrer Reichsunmittelbarkeit bestätigt wurden. Ludwig XIV. ignorierte diesen Sachverhalt. 1673 und 1674/75 ließ er die Städte des Zehnstädtebunds erobern und ihre Befestigungen schleifen. Die 1679 gegründeten Reunionskammern von Breisach und Metz beschlossen 1680 die Vereinigung von Ober- und Unterelsass. Im Jahr 1680 wurde Münster im Gregoriental zusammen mit Türkheim, Kaysersberg und Colmar mit 24 Ortschaften annektiert. Erst nach der Annexion Straßburgs 1681 wurde Frankreich vom Reich als Hauptgegner neben den Osmanen angesehen, worauf das Reich bis etwa 1714 versuchte, die Eroberungen rückgängig zu machen. Der Zehnstädtebund trat 1788 ein letztes Mal in Erscheinung.