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Reichstag zu Worms (1521)

Teilung des Habsburgischen Besitzes, Reichsmatrikelordnung, 1521

aiser Karl V. hielt sich seit dem 28. November 1520 in Worms auf, nachdem er am 23. Oktober 1520 im Aachener Dom gekrönt worden war. 80 Fürsten, 130 Grafen sowie Botschafter ausländischer Könige und Herren nahmen teil, mit ihrem gesamten Gefolge. Mehr als 10.000 Gäste sollen sich in der Stadt aufgehalten haben, die selbst nur knapp 7.000 Einwohner zählte. Die Einquartierung war für Worms zugleich Belastung und Geschäft. Der päpstliche Nuntius Hieronymus Aleander war tagsüber seines Lebens nicht mehr sicher, nachdem er am 13. Februar Maßnahmen gegen Martin Luther gefordert hatte, und ein gewaltsames Eingreifen des Reichsritters Franz von Sickingen schien möglich. Die Stimmung in der Bevölkerung war pro-lutherisch, eine Druckerei verbreitete kirchenfeindliche Werke. Der Zeitzeuge Dietrich Butzbach berichtete unter dem 7. März 1521, in der Stadt sei alles wüst und wild gewesen. Der Reichstag endete mit einem Reichsabschied.

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Auf Forderung deutscher Fürsten wurde ein Reichsregiment unter Vorsitz Ferdinands, des Bruders Karls V., eingesetzt, das den Kaiser während seiner Abwesenheit vertreten sollte. Diese Regelung war bereits in Karls Wahlkapitulation festgeschrieben worden, da Karl auch spanischer König war und über ein Reich gebot, in dem die Sonne nie unterging. Gleichzeitig beschlossen Karl und Ferdinand im Wormser Vertrag vom 28. April 1521 erstmals eine Teilung ihrer Herrschaftsbereiche, Spanien für Karl und Österreich für Ferdinand. Dieser Hausvertrag regelte die Erbfolge in Niederösterreich und Innerösterreich zugunsten Ferdinands, im geheimgehaltenen Vertrag von Brüssel 1522 wurde dies auf Tirol, Württemberg und die Vorlande erweitert. Der Zeitpunkt dieser Abmachung gilt als mögliches Datum für die Trennung der österreichischen und der spanischen Habsburger. Die spätere Übernahme der Kaiserwürde durch die Österreicher, die bis zum Ende des Reichs 1806 anhielt, war die Folge dieser Regelung.

Ein weiterer Verhandlungspunkt waren die Gravamina der deutschen Nation, ursprünglich Beschwerden aus dem deutschsprachigen Raum gegen den Papst und die Kurie in Rom. Auf dem Reichstag verbanden sich die Gravamina mit der lutherischen Reformationsbewegung. Ein Ausschuss der Reichsstände unter Vorsitz von Herzog Georg von Sachsen sammelte insgesamt 102 Beschwerden, die umfangreichste Zusammenstellung dieser Art. Mit dem Reichstag von Worms 1521 wurde die Gravaminabewegung, bislang vor allem von der hohen Geistlichkeit getragen, zu einer Angelegenheit der weltlichen Stände. Auch inhaltlich kam es zu Veränderungen, denn neben der Kritik an Papst und Kurie wurden nun auch der Klerus und die kirchliche Gerichtsbarkeit im Reich in den Fokus genommen. Die Gravamina sollten auch auf nachfolgenden Reichstagen immer wieder zur Sprache kommen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Reichstag zu Worms (1521)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 257310987redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Autor/-in unbekanntentstanden 1556Public domainQuelle