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Reichstage zu Augsburg

Rechtsinstitution im Heiligen Römischen Reich

eichstage wurden besonders häufig von Kaisern aus dem Hause Habsburg nach Augsburg berufen, was mit deren Finanzproblemen zusammenhing. Kaufmannsgeschlechter wie die Fugger und Welser, die im Handel gut verdienten und Herrschern mit Krediten halfen, konnten die mit einem Reichstag verbundenen Kosten für die Stadt abfedern. Die Wirtschaftsmagnaten hatten Kontakte zu Kaiser und Papst sowie zu weltlichen und geistlichen Fürsten. Augsburg war damals eine Weltstadt, in der Politik gemacht wurde. Auch die Lage an Poststraßen war ein Kriterium bei der Wahl des Tagungsortes, und die Vernetzung der Handelshäuser ließ einen reichen Strom kaufmännischer und politischer Informationen nach Augsburg fließen.

Der für den 8. April, dann für den 1. Mai geplante Reichstag verzögerte sich erneut; der Kaiser zog schließlich am 15. Juni in Augsburg ein und eröffnete den Reichstag am 20. Juni. Aus kaiserlicher Sicht standen die Hilfe gegen die Türken und die Lösung der Konfessionsprobleme im Vordergrund. Karl V. hatte die Reformatoren gebeten, ihre Standpunkte darzulegen, und Philipp Melanchthon bemühte sich in zähen Verhandlungen um Anerkennung des protestantischen Bekenntnisses durch die katholische Seite. Das von Melanchthon verfasste Augsburgische Bekenntnis wurde nach Akzeptanz durch den Reichstag auch von Martin Luther gebilligt, der sich wegen seiner Reichsacht nicht selbst nach Augsburg wagen konnte und seinen Freunden von der Veste Coburg aus brieflich beriet.

König Ferdinand I. eröffnete am 5. Februar den Reichstag, auf dessen Programm die Neuordnung der politisch-kirchlichen Verhältnisse stand. Der Habsburger wollte zwischen Kaiser Karl V. und den Reichsständen einen Interessenausgleich herbeiführen. Nach langen Verhandlungen kam der Augsburger Religionsfrieden zustande: Das Gesetz vom 25. September 1555 erlaubte den weltlichen Reichsständen Religionsfreiheit, Untertanen mussten dem Glauben ihres Landesherrn folgen oder konnten auswandern, und geistliche Herrscher verloren beim Glaubenswechsel ihre Würden. Wer sich zur Augsburger Konfession bekannte, erhielt Frieden und Sicherung seines Besitzstands. Der Reichstag bekräftigte frühere Reformen wie den Ewigen Landfrieden, das Reichskammergericht und die Reichsexekutionsordnung von 1512, wobei die Reichskreise nun als kaiserliches Exekutivorgan den Landfrieden sicherstellen sollten und das Reichskammergericht paritätisch besetzt werden sollte.

Ab 1663 ersetzte ein ständiger Gesandtenkongress, der Immerwährende Reichstag mit festem Sitz in Regensburg, die bis dahin wechselnden Tagungsorte. Als 1713 eine in Europa ausgebrochene Pest auch Regensburg erfasste, wurde der Immerwährende Reichstag in den Jahren 1713 und 1714 vorübergehend in Augsburg abgehalten. Eine zweite Sondersituation ergab sich von 1742 bis 1745, als der Österreichische Erbfolgekrieg die Verlegung der Sitzungen nach Frankfurt am Main notwendig machte.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Reichstage zu AugsburgVersionsgeschichteBearbeitungsstand 255013456redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0