Reichstage zu Speyer
Der Reichstag von 1526
er Reichstag dauerte vom 25. Juni bis 27. August. Ferdinand I., der Karl V. vertrat, forderte Unterstützung Ungarns gegen die Türkengefahr, bekräftigt durch einen Gesandten König Ludwigs II. Landgraf Philipp I. von Hessen und Kurfürst Johann von Sachsen beharrten darauf, zuerst religionspolitische Fragen zu klären. Ferdinand I. rückte von der Forderung einer strikten Durchführung des Wormser Edikts ab, worauf der Reichstag beschloss, dies den Ständen selbst zu überlassen. Am 27. August 1526 sagten die Reichsstände den Ungarn 24 000 Soldaten zu. Zwei Tage später machte die Schlacht bei Mohács die Entsendung obsolet. In der Folge gründeten mehrere lutherische Landesherren Landeskirchen mit weltlicher und geistlicher Gewalt.
Der Reichstag von 1529
Der Reichstag dauerte vom 15. März bis zum 22. April. Es erfolgte die Wiedereinsetzung des Wormser Ediktes. Daraufhin fand die Protestation zu Speyer statt, in welcher evangelische Fürsten und Reichsstädte gegen die Verhängung der Reichsacht gegen Martin Luther protestierten. Von dieser Aktion leitet sich der Begriff des Protestantismus ab. Sie verweigerten Ferdinand I. jede militärische Unterstützung gegen Johann Zápolya und Süleyman I. im Ersten Österreichischen Türkenkrieg. Das Wiedertäufermandat sammelte Beschlüsse gegen die Täufer.
Der Reichstag von 1542
Der Reichstag dauerte vom 29. Dezember 1541 beziehungsweise 8. Februar 1542 bis 11. April 1542. Grund war die Bedrohung durch die Türken nach der Eroberung Ofens im September 1541. Er fand in Abwesenheit Kaiser Karls V. unter Leitung König Ferdinands I. und zweier kaiserlicher Kommissare statt. Die Türkenhilfe war das vorherrschende Thema. Die Reichsstände entschieden sich für eine allgemeine Vermögenssteuer, den Gemeinen Pfennig, zur Finanzierung des Reichsheeres. Verhandlungen mit den Protestanten traten in den Hintergrund.
Der Reichstag von 1544
Der Reichstag dauerte vom 20. Februar bis 10. Juni. Dem Kaiser wurden Hilfen gegen Frankreich sowie für eine Offensive gegen die Osmanen bewilligt. Als Zugeständnis wurden frühere antiprotestantische Reichsabschiede und -prozesse suspendiert und die Verwendung von säkularisiertem Kirchenvermögen ermöglicht. Ein Nationalkonzil wurde in Aussicht gestellt. Am 23. Mai 1544 kam es zum Frieden zu Speyer, bei dem das Haus Habsburg auf die dänisch-norwegische Krone verzichtete und den Holländern der Zugang zur Ostsee gewährt wurde. Mit dem Großen Speyrer Judenprivileg von 1544 bestätigte Kaiser Karl V. den Schutz der Speyerer Juden und erneuerte ihre Privilegien.