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Reutlingen

Großstadt in Baden-Württemberg

Mittelalter

m das Jahr 1030 begann Graf Egino mit dem Bau einer Burg auf dem Gipfel der Achalm, die sein Bruder Rudolf fertigstellte. Das Bauwerk begann im 15. Jahrhundert zu zerfallen und wurde während des Dreißigjährigen Krieges vollends geschleift. Um 1650 wurde es endgültig abgerissen. Viele Steine wurden danach als Baumaterial für Stadthäuser verwendet, von der Burg selbst blieben nur rudimentäre Fundamente erhalten.

ReutlingenOrt auf der Karte 164848.4833 N, 9.2167 OAuf der Karte zeigen

Reformation

Nach Beginn der Reformation wurde Reutlingen ab 1519 unter dem Einfluss des protestantischen Pfarrers Matthäus Alber zu einer Hochburg der evangelischen Glaubenslehre im südwestdeutschen Raum. Alber, der teilweise als Luther Schwabens bezeichnet wird, predigte ab 1519 in Reutlingen nach den Lehren von Martin Luther. Bis ins 20. Jahrhundert blieb Reutlingen eine Hochburg des Protestantismus im Südwesten. Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit am Reichstag zu Speyer, ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens.

Freie Reichsstadt

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde Reutlingen unter Kaiser Maximilian I. ein Asylrecht für Totschläger verliehen, die ohne Vorsatz gehandelt hatten. Mit der Verleihung dieses Rechts war die Entwicklung zur Freien Reichsstadt endgültig abgeschlossen. Reutlingen besaß mit diesem Status bereits seit längerem eine nur dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verantwortliche Autonomie, die einem eigenen staatsrechtlichen Status gleichkam und bis 1802 existierte.

Anschluss an Württemberg

Infolge der napoleonischen Hegemonie in den meisten Ländern des Heiligen Römischen Reichs wurde die Stadt 1802 gegen ihren Widerstand Teil des damaligen Herzogtums, ab 1803 Kurfürstentums, seit 1806 Königreichs Württemberg. Damit verlor sie den Status der Freien Reichsstadt. Zum reichsstädtischen Gebiet gehörten bis dahin neben der eigentlichen Stadt auch die Dörfer Betzingen, Wannweil, Bronnweiler, Ohmenhausen, Stockach und Ziegelhausen. Bis 1648 gehörte auch Gomaringen mit Hinterweiler zur Reichsstadt, doch wurden beide Orte durch die nach dem Dreißigjährigen Krieg überschuldete Reichsstadt an Württemberg verkauft.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel ReutlingenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270027308redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Helmlechnerentstanden 2012CC BY-SA 3.0Quelle