Rheinfelden AG
Gemeinde im Kanton Aargau in der Schweiz
ach dem Tod Berchtolds von Rheinfelden 1090 ohne männliche Nachkommen trat Berthold II. von Zähringen, verheiratet mit Rudolfs Tochter Agnes von Rheinfelden, das Erbe an. Der Marktflecken bei der alten Burg wuchs, um 1100 entstand die erste Saalkirche. Eine Urkunde berichtet von zwei Besuchen des Kreuzzugpredigers Bernhard von Clairvaux im Dezember 1146. Die Zähringer bauten die Siedlung zu einer Stadt aus, in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand die Rheinbrücke, laut einer Urkunde von 1198 die älteste zwischen Konstanz und Strassburg. Rheinfelden besass strategische Bedeutung als Bindeglied zwischen den zähringischen Besitzungen im Breisgau und im Raum Bern. Wann die Stadt das Stadtrecht erhielt, ist unbekannt, da viele Dokumente 1531 beim Brand des Rathauses verloren gingen.
Als eine der vier Waldstädte stellte Rheinfelden Kontingente in den Habsburgerkriegen gegen die Eidgenossen. 1405 verpfändete der in Geldnot geratene Herzog Friedrich IV. die Burg an den Basler Bürger Jakob Zibol, was 1409 zu einer Fehde und dem Gefecht bei Magden mit 80 Toten auf Rheinfelder und 26 auf Basler Seite führte. 1412 schlossen die Städte Frieden. 1415 fiel Friedrich IV. beim Konzil von Konstanz in Ungnade, nachdem er Gegenpapst Johannes XXIII. zur Flucht verholfen hatte. König Sigismund erklärte Rheinfelden am 17. Juni 1415 erneut zur Reichsstadt und fasste 1418 Burg und Stadt zu einer Herrschaft zusammen. Diese Reichsfreiheit endete, als König Albrecht II. die Stadt am 13. Juli 1439 wieder unter habsburgische Hoheit stellte. In den 1440er Jahren wurde Rheinfelden in den Alten Zürichkrieg verwickelt.
Rheinfelden war als exponierter Vorposten Österreichs unmittelbar von den Ereignissen des Dreissigjährigen Krieges betroffen. Im September 1632 verwüsteten schwedische Truppen die Umgebung, 1633 besetzten sie die Stadt nach zehntägiger Belagerung unter Rheingraf Otto Ludwig. Spanische Truppen unter Herzog de Feria vertrieben die Schweden und übergaben Rheinfelden im Oktober an Österreich zurück. Am 27. März 1634 schlossen die Schweden erneut einen Belagerungsring; nach 21 Wochen musste Platzkommandant Franz von Mercy am 19. August wegen Munitions- und Proviantmangels kapitulieren. Die abziehenden Schweden plünderten die Stadt, steckten Gebäude in Brand und zerstörten die Brücke sowie Teile der Befestigung. Das Dorf Höflingen wurde derart verwüstet, dass es nie wieder aufgebaut wurde. Vier Jahre später folgte die Doppelschlacht von Rheinfelden.