Rhens
Gemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Deutschland
hens wurde erstmals am 29. September 874 urkundlich erwähnt, als der Trierer Erzbischof Bertolf dem Kunibertstift in Köln Güter in Boppard, Spay, Oberspay und Rhens bestätigte. 1174 verkauften die Grafen von Saffenburg die Vogtei über Rhens für 200 Mark an den Erzbischof von Köln, seither gehörte der Ort zum Kurfürstentum Köln. 1273 fanden dort Vorverhandlungen zur Wahl König Rudolfs I. statt, 1308 tagte eine Reichsversammlung zur Wahl Heinrichs VII. 1338 wurde in Rhens der Kurverein zu Rhense gebildet, in dem sich die sieben Kurfürsten auf die Modalitäten der Königswahl einigten und dem Papst das Approbationsrecht absprachen. An dieses Ereignis erinnert der Königsstuhl von Rhens. Am 11. Juli 1346 wurde Karl IV. in Rhens zum römisch-deutschen König gewählt. Von 1398 bis 1414 wurde Rhens mit einer Stadtmauer umgeben, 1418 war die Stadtwerdung abgeschlossen. 1400 wurde Wenzel, Sohn Kaiser Karls IV., von den drei geistlichen Kurfürsten und Ruprecht III., dem Pfalzgrafen bei Rhein, auf der Burg Lahneck abgewählt, worauf Ruprecht in Rhens zum neuen König gewählt wurde.
Von 1575 bis 1647 kam es in Rhens zu Hexenverfolgungen, bei denen 26 Menschen, 23 Frauen und drei Männer, wegen angeblicher Zauberei hingerichtet wurden. Prominentestes und letztes Opfer war Margarethe Altenhofen, Frau des Bürgermeisters Gerhard Altenhofen, die am 7. März 1646 hingerichtet wurde. Einkerkerung und Folterung fanden im Scharfen Turm und auf dem Rathaus statt, die Hinrichtungen an mindestens zwei verschiedenen Orten. Unter hessischer Pfandherrschaft wurde 1528 in Rhens die Reformation eingeführt. Als Rhens 1618 zum evangelisch-reformierten Bekenntnis wechseln musste, kam es in der Pfarrkirche St. Dionysius zu einem Bildersturm. Mit der Einlösung der Pfandschaft durch Johann Jakob von Bronkhorst-Batenburg 1630 wurde Rhens wieder katholisch. 1650 mussten die Reformierten die ihnen auf Grundlage des Westfälischen Friedens zugesprochene Kirche räumen und bildeten bis zu ihrer Vertreibung 1685 eine eigene Kirchengemeinde.
Der Wappenschild von Rhens zeigt in seiner rechten Hälfte das schwarze kurkölnische Kreuz und in seiner linken Hälfte zwei goldene Stadtschlüssel. Die Blasonierung lautet: Im von Silber und Schwarz gespaltenen Schild vorne ein durchgehendes schwarzes Kreuz, hinten zwei schräggekreuzte goldene Schlüssel.