Römisch-katholische Kirche im Heiligen Römischen Reich
Geschichte der römisch-katholischen Kirche im Heiligen Römischen Reich
er christliche Glaube fasste bis zum 3. Jahrhundert in den Rhein- und Donauprovinzen des Römischen Reiches Fuß, auf dem Gebiet, das später zum Heiligen Römischen Reich werden sollte. Mit der Völkerwanderung wurde dieser Aufbau jedoch unterbrochen. Aus dieser Zeit lässt sich nur für die Bischofslisten von Trier und Aquileia eine ununterbrochene Kontinuität nachweisen. Für die übrigen Regionen fehlen entsprechende Belege, sodass die frühe kirchliche Entwicklung in weiten Teilen des späteren Reichsgebiets nicht durchgängig verfolgt werden kann.
Eine neue Phase begann erst mit der Konversion der Franken unter Chlodwig. Zusammen mit dem Herrschaftsübergang im Fränkischen Reich von den Merowingern zu den Karolingern ging eine Expansion einher, die sowohl das Reich als auch die Kirche betraf. Diese Ausweitung führte in die Stammesgebiete der Bajuwaren und der Sachsen. Damit verband sich die kirchliche Entwicklung eng mit den politischen Umbrüchen der fränkischen Herrschaft und ihrer Ausdehnung in bislang nicht erfasste Regionen.
Die Geschichte der römisch-katholischen Kirche im Heiligen Römischen Reich reicht bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 und bis zur Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. im Jahr 1806. Für diesen langen Zeitraum verweist der Artikel unter anderem auf das ottonisch-salische Reichskirchensystem und verwandte Themen. Zugleich wird festgehalten, dass der Ausdruck römisch-katholische Kirche für einen großen Teil dieser Geschichte, wenigstens bis zur Reformation, als anachronistisch gilt und in den historischen Wissenschaften nicht verwendet wird.