Rosheim
französische Gemeinde
osheim wurde in alten Urkunden erstmals 778 als Rodasheim erwähnt, später als Rodesheim, Rodisheim und als oppidum Rodesheim 1303. Früh war das Kloster Fulda hier begütert, 959 folgte das Kloster Lure, dem Kaiser Otto I. Güter schenkte. 1052 erhielt auch das Kloster Jung-Sankt-Peter in Straßburg durch eine Urkunde Kaiser Heinrichs III. Besitz. Die Ortschaft des Heiligen Römischen Reichs erhielt 1262 Stadtrecht mit dem Recht, eine Stadtmauer zu bauen, und wurde 1303 Reichsstadt. Während der Pestpogrome 1348/49 wurden die jüdischen Einwohner umgebracht. 1354 gehörte Rosheim zu den Städten des Zehnstädtebundes. Die Kaiserliche Stadt wurde 1680 vom Königreich Frankreich annektiert. Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen und wurde dem Kreis Molsheim zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung. Die Synagoge von Rosheim wurde entweiht, das Mobiliar gestohlen, und die verbliebenen jüdischen Einwohner wurden 1940 nach Südfrankreich deportiert. Nach Angaben von Yad Vashem wurden fünfundvierzig ehemalige jüdische Einwohner Opfer der nationalsozialistischen Endlösung.
Das Romanische Wohnhaus, fälschlich auch Heidenhaus genannt, gilt als eines der ältesten erhaltenen zivilen Bauwerke des Elsass. Es liegt zwischen den Nummern 21 und 23 der rue du Général-de-Gaulle. Mitte des 12. Jahrhunderts, 1152, wurde es ganz in Stein errichtet, wie ein kleiner viereckiger Bergfried, der nur über eine abnehmbare Treppe vom Erdgeschoss aus zugänglich war, ursprünglich von einem Hof und wohl einer Palisade umgeben. Es sollte eine Rolle in Rosheims Verteidigungssystem spielen, bevor das Dorf im 14. Jahrhundert Stadtstatus erhielt und einen neuen Stadtwall baute. Es kontrollierte den westlichen Rand der Oberstadt, der Gemeinde Saint-Étienne. Das Gebäude verfügt über Außenlatrinen und wurde 2003/04 grundlegend restauriert. Heute dient es als Museum im Rahmen der Romanischen Straße im Elsass.
In Rosheim stehen zahlreiche Gebäude als Monuments historiques unter Denkmalschutz. Dazu zählen die Église Saints-Pierre-et-Paul aus dem 12. Jahrhundert mit im 14. Jahrhundert erhöhtem Vierungsturm und einer Orgel von Andreas Silbermann von 1733, die Église Saint-Étienne aus dem 18. Jahrhundert mit einem Glockenturm noch aus dem 12. Jahrhundert, das Romanische Wohnhaus aus dem 12. Jahrhundert, das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert, der Sechseimerbrunnen aus dem 17. Jahrhundert, vier Tortürme aus dem 13. und 14. Jahrhundert, Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert und die 1884 im neoromanischen Stil erbaute Synagoge.