Rostock
kreisfreie Groß- und Hansestadt an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
er Name Rostock geht auf das slawische rastokŭ zurück, was etwa Auseinanderfließen in Bezug auf die Warnow bedeutet. Vom 12. bis zum frühen 14. Jahrhundert erscheinen verschiedene Varianten wie Rozstoc, Rostoch oder Roztoc, bis sich um 1366 die Form Rostock durchsetzt. Namenszusätze sind seit den 1920er-Jahren bekannt: bis 1945 Seestadt, ab 1990 Hansestadt und seit 2018 Hanse- und Universitätsstadt Rostock.
Acht Jahre widerstand der Stadtrat den reformatorischen Predigten Joachim Slüters, bevor er im April 1531 überraschend nachgab und die Lehren Martin Luthers in allen vier Hauptkirchen für verbindlich erklärte. Die Universität sowie die Klöster Zum Heiligen Kreuz, St. Johannis und die Kartause in Marienehe blieben jedoch der alten Lehre treu. Erst Herzog Johann Albrecht I. setzte 1549 das lutherische Bekenntnis für alle Landstände durch und löste 1552 fast sämtliche mecklenburgischen Klöster auf.
Die Hanse und der damit verbundene Freihandel in Europa bescherten Rostock einen enormen wirtschaftlichen Aufstieg, und ihre Kirchtürme gehörten zu den höchsten Gebäuden der damaligen Welt. Dieser Aufstieg versiegte erst, als der Atlantikhandel an Bedeutung gewann, der Ostseehandel zurückging und sich Rostock nicht mehr gegen die machtgierigen Territorialfürsten behaupten konnte. Machtkämpfe während des Dreißigjährigen Krieges ließen die Stadt wirtschaftlich ausbluten und mündeten in einem großen Stadtbrand, von dem sich Rostock lange nicht erholte.