Rudolf IV. (Österreich)
Herzog von Österreich (1339-1365)
udolfs bekannteste Aktivität ist eine Urkundenfälschung aus den Jahren 1358/59, das Privilegium Maius, das ausgehend vom Privilegium Minus von 1156 seine Dynastie den Kurfürsten im Heiligen Römischen Reich faktisch gleichstellte. Die Herzöge von Österreich waren in der Goldenen Bulle nicht berücksichtigt. Sein Großneffe Friedrich III. bestätigte das Privilegium Maius 1442, mit Zustimmung der Kurfürsten von Mainz, Brandenburg und Sachsen, und erneut 1453. Dadurch wurde auch der damit geschaffene Erzherzogtitel reichsrechtlich anerkannt. 1360 wurde Rudolf IV. in Seefeld-Kadolz von seinem Schwiegervater Karl IV. belehnt, das Privilegium Maius als Ganzes bestätigte Karl IV. jedoch nie, sondern nur Teile davon, teils in veränderter Form.
1363 schloss Rudolf nach dem Tod des Tiroler Wittelsbachers Meinhard III., der mit Rudolfs Schwester Margarete verheiratet gewesen war, mit dessen Mutter Margarete von Tirol einen Erbvertrag, nach dem Tirol an die Herrschaft zu Österreich fiel. Durch diesen Vertrag mit Margarethe, die später den Beinamen Maultasch erhielt, kam Tirol an seine Familie. Im Februar 1364 wurde Rudolf von Karl IV. in Prag mit allen Tiroler Reichslehen belehnt, wodurch der Übergang Tirols an das Haus Habsburg auch reichsrechtlich legitimiert war. Die Herzöge von Baiern, mit denen es zu Kriegshandlungen gekommen war, verzichteten erst nach Rudolfs Tod auf Tirol, 1369 wurde mit ihnen der Friede von Schärding geschlossen.
In Konkurrenz zur Karls-Universität in Prag, oder vielleicht auch nur angeregt durch deren Gründung, entstand die Universität Wien, die heute noch Alma Mater Rudolphina heißt und als älteste Universität im deutschen Sprachraum gilt. Die Gründung erfolgte 1365, eine theologische Fakultät konnte allerdings erst 1384, nach Rudolfs Tod, gegründet werden, was in den Augen vieler Zeitgenossen erst eine vollständige Universität ausmachte. Eine Parallele bildet die 1364 gegründete Universität in Krakau.