Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Volluniversität in Heidelberg
ie Universität wurde 1386 mit päpstlicher Genehmigung Urban VI. von Kurfürst Ruprecht I. gegründet, um der zergliederten Kurpfalz einen geistigen Mittelpunkt zu geben und vor dem Hintergrund des Abendländischen Schismas eigene Kirchen- und Staatsdiener auszubilden. Die Stiftungsurkunden wurden am 1. Oktober 1386 ausgefertigt. Am 18. Oktober begann das Studium Generale mit einer Heiligen Messe, am Tag darauf die Vorlesungen. Die ersten Professoren kamen aus Paris und Prag, wohin sie vor der Kirchenspaltung und den Nationalitätenkämpfen geflohen waren.
Gegen die Reformation verschloss sich die Universität trotz Martin Luthers Heidelberger Disputation von 1518 lange Zeit. 1546 gelang unter Kurfürst Friedrich II. nur die Reformierung einzelner Fakultätsteile. Erst Kurfürst Ottheinrich wandelte 1556 die gesamte Universität in eine evangelische Landeshochschule um und nahm die bis dahin einschneidendste Reform vor, darunter bürgerliche Kleidung statt geistlicher Tracht und die Verpflichtung zum Studium des Hebräischen und Griechischen an der theologischen Fakultät.
Die Blütezeit der Universität dauerte bis 1618. Der Dreißigjährige Krieg traf sie schwer, der Lehrbetrieb wurde mehrfach unterbrochen und 1623 die Bibliotheca Palatina nach Rom verschleppt. Die völlige Zerstörung Heidelbergs durch die Truppen Ludwigs XIV. 1693 zerschlug den Neuanfang nach dem Krieg, die Universität blieb mehrere Jahre geschlossen. Im Mai 1693 wurde das Archiv über Hanau und Frankfurt am Main nach Marburg überführt, 1698 der Sitz der Universität für zwei Jahre ins etwa 18 km entfernte Weinheim verlegt.