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Saladin

Gründer der Dynastie der Ayyubiden von Ägypten und Syrien (1137–1193, reg. 1171-1193)

Sieg bei Hattin und Eroberung Jerusalems

177 scheiterte Saladins erster Großangriff auf das Königreich Jerusalem in der Schlacht von Montgisard. Mit der Angliederung Aleppos 1183 und Mossuls 1186 erlangte er die Macht für einen erneuten Vorstoß. Voraussetzung war der Sieg über die Kreuzfahrer unter Guido von Lusignan in der Schlacht bei Hattin am 4. Juli 1187, bei der auch das Heilige Kreuz erobert wurde. Am 2. Oktober 1187 nahm Saladin Jerusalem ein und beendete damit die christliche Herrschaft über die Stadt nach 88 Jahren. Er ließ christliche Kirchen in Moscheen umwandeln, verschonte jedoch die Grabeskirche. In der al-Aqsa-Moschee stellte er einen Minbar auf, dessen Inschrift ihn als Freund Gottes bezeichnete.

Rückschläge gegen Richard Löwenherz und Waffenstillstand

Bis 1189 hatte Saladin weite Teile der Kreuzfahrerstaaten Jerusalem, Tripolis und Antiochia erobert. Erst der Dritte Kreuzzug verhinderte die vollständige Vernichtung dieser Staaten. Dabei verlor er 1191 die Hafenstadt Akkon und erlitt Niederlagen gegen Richard Löwenherz bei Arsuf und 1192 bei Jaffa. 1192 kam es zu einem Waffenstillstand, der drei Jahre und acht Monate dauerte. Im zugehörigen Vertrag garantierte Saladin christlichen Pilgern den Zugang nach Jerusalem und ließ nachträglich zwei lateinische Priester ihren Dienst in der Grabeskirche versehen.

Beziehungen zu christlichen Herrschern

Besondere Beachtung fanden in Europa Saladins Beziehungen zu König Richard I. Löwenherz von England und zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Sein Verhältnis zu Richard war trotz militärischer Gegnerschaft von gegenseitigem Respekt geprägt. Als Richard bei der Belagerung von Akkon erkrankte, soll Saladin ihm die Dienste seines Leibarztes angeboten haben. Als Richard bei Jaffa sein Pferd verlor, ließ Saladin ihm durch einen Sklaven zwei edle Araberpferde bringen. Richard schlug später vor, dass Saladins Bruder al-Adil Johanna, die Schwester Richards, heiraten und gemeinsam mit ihr von Jerusalem aus regieren solle.

Politische Nutzung seines Bildes

Im Nahen Osten erwachte das Interesse an Saladin erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts neu. Vor allem panislamische und panarabische Machthaber instrumentalisierten ihn seither für politische Zwecke. Der osmanische Sultan Abdul Hamid II. stilisierte Saladin und sich selbst zu Wiedervereinigern der muslimischen Welt und sah in Europa einen neuen Kreuzzug gegen das osmanische Reich. Als politisches Signal wirkte 1898 die Begegnung Abdul Hamids II. mit Kaiser Wilhelm II. und ihr gemeinsamer Besuch des Saladin-Mausoleums in Damaskus, bei dem der Kaiser Saladins historische Bedeutung rühmte und sich als Freund aller Muslime darstellte.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel SaladinVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269413635redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Classical Numismatic Group (CNG)entstanden 1190–1191CC BY-SA 2.5Quelle