Salier
deutsches Adelsgeschlecht
Woher der Name kommt
ahrscheinlich bestand bei der Entstehung des Namens ein Zusammenhang mit dem Merowinger Chlodwig I. und dem von ihm erlassenen Volksrecht, der Lex Salica. Danach wurde unter salicus, also salisch, bald allgemein fränkisch verstanden. Laut dem Chronisten Otto von Freising wurden als Salier die Vornehmsten der Franken bezeichnet.
Erstmals mit dynastischem Bezug erschien der Name Anfang des 12. Jahrhunderts in den Bezeichnungen rex salicus und reges salici in der Weltchronik des Ekkehard von Aura. Im Spätmittelalter setzte er sich als Bezeichnung für diese Dynastie durch. Der Name bezog sich dann nur noch auf Konrad II. und seine Nachkommen. Eine lange angenommene direkte Abkunft des Herrschergeschlechts von den Salfranken ist nicht belegt.
Aufstieg im Umkreis der Königsfamilie
Die Salier gelten als deutsche Nebenlinie der in Italien mächtig gewordenen Widonen beziehungsweise Lambertiner, zu denen Herzöge von Spoleto, ein König von Neustrien und ein König von Pavia zählten. Durch die Mutter Konrads des Roten waren sie mit den Konradinern verschwägert. Konrads Ehe mit Liutgard, der Tochter Ottos des Großen, und seine Ernennung zum Herzog von Lothringen brachten ihn in den engsten Kreis der Königsfamilie der Liudolfinger. Bei der Königswahl von 1002 galt sein Sohn Otto von Worms als ein möglicher Kandidat.
Ottos Enkel Konrad II. wurde 1024 König des ostfränkisch-deutschen Reiches und 1027 erster Kaiser aus dem Geschlecht der Salier. Er wurde zudem 1026 König von Italien und 1033 König von Burgund. Als er im Jahr 1039 starb, hinterließ er seinem Sohn Heinrich III. eine gefestigte Herrschaft. Die Gründung des Speyerer Doms, der bis 1308 als Grablege der römisch-deutschen Könige diente, geht wahrscheinlich auf Konrad zurück.
Der Niedergang der Salier wurde durch den Investiturstreit Heinrichs IV. mit Papst Gregor VII. eingeleitet, der mit dem Gang nach Canossa beigelegt wurde. Heinrich V., der letzte Salierkönig, regierte bis 1125. Auf die Herrschaft der Salier folgte als Übergang der Sachse Lothar III. von Supplinburg. Nach ihm kam der Staufer Konrad III., der über seine Mutter, die Tochter Heinrichs IV., ein Neffe des letzten salischen Kaisers Heinrich V. war.
Wichtige Familienmitglieder
Zur Familie zählten Werner I. als Präfekt des Ostlandes, Werner IV. als Graf im Wormsgau und Werner V. als Graf im Speyer- und Wormsgau bis etwa 935. Konrad der Rote war Herzog von Lothringen 944 bis 953 und fiel 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld. Otto war Herzog von Kärnten 978 bis 983 und 995 bis 1004, Heinrich Graf im Wormsgau bis 990/1000. Bruno war als Gregor V. Papst 996 bis 999. Wilhelm war Bischof von Straßburg 1028/1029 bis 1047, Konrad I. von Kärnten Herzog von Kärnten 1004 bis 1011.
Konrad II. war römisch-deutscher König ab 1024 und Kaiser 1027 bis 1039. Konrad II. der Jüngere von Kärnten war Herzog von Kärnten 1036 bis 1039, Bruno von Würzburg Bischof von Würzburg 1034 bis 1045. Heinrich III. war Mitkönig ab 1028, König ab 1039 und Kaiser 1046 bis 1056. Heinrich IV. war König ab 1056 und Kaiser 1084 bis 1106. Konrad von Bayern war Herzog von Bayern 1054 bis 1055, ein weiterer Konrad Mitkönig 1087 bis 1098. Heinrich V. war König ab 1098 und Kaiser 1111 bis 1125.