Schlacht an der Alten Veste
Schlacht des Dreißigjährigen Kriegs
Gustav Adolf zieht nach Bayern und zurück
ürnberg schloss sich 1631 und 1632 dem Schwedenkönig an. Nach dem Sieg in der Schlacht bei Rain am Lech, bei der Tilly tödlich verwundet wurde, zog Gustav Adolf im Mai 1632 nach München. Am Wiener Hof fürchtete man daraufhin eine Bedrohung Österreichs. Kaiser Ferdinand II. hatte deshalb bereits im Dezember 1631 Wallenstein reaktiviert. Dieser bedrohte Nürnberg als wichtigen Versorgungsstützpunkt der Schweden mit einem Heerlager und gefährdete damit Rückzugswege und Verbindung nach Sachsen. Gustav Adolf erkannte die Gefahr und zog mit etwa 18.000 Mann zunächst nach Fürth, wo er vom 17. bis 19. Juni 1632 im Fürther Pfarrhaus logierte.
Das größte Feldlager der Weltgeschichte
Wallenstein brach am 4. Juni 1632 in Prag auf, vereinigte sich mit der kurbayerischen Armee und ließ ab dem 17. Juli ein riesiges, 16 Kilometer umfassendes Lager im Gebiet von Zirndorf, Oberasbach und Stein aufbauen. Rund 60.000 Menschen und anfänglich 15.000 Pferde kampierten dort 70 Tage lang unter schlechten hygienischen Bedingungen mit Wassermangel, Rattenplage und der Roten Ruhr. Wallenstein verzichtete auf einen Angriff auf die verstärkten schwedischen Stellungen, gelang es aber, einen Blockadering zu legen, sodass der bisher unbesiegte König sechs Wochen lang festgesetzt und zur Tatenlosigkeit verdammt war.
Zermürbungskrieg statt Feldschlacht
Wallenstein wollte dem Schwedenkönig eine neue Art der Kriegführung zeigen und beherrschte die wichtigsten Punkte rund um Nürnberg, um alle Versorgungslinien zu kappen und die Stadt auszuhungern. Gustav Adolf hingegen suchte die Entscheidungsschlacht, die ihm Wallenstein jedoch nicht aufzwang. Mühlen wurden abgebrannt, General Gallas gegen Banér entsandt, kroatische und polnische Reiterei griff ständig die schwedischen Belagerer an. Trotz zeitweiliger schwedischer Erfolge, etwa der Zerstörung der kaiserlichen Versorgungsbasis in Freystadt, bekamen beide Heere zunehmend logistische Probleme und mussten mit Seuchen und Versorgungsengpässen kämpfen.
Ende ohne Entscheidung
Wegen Dauerregens gelang es nicht, schwere Geschütze über den Rosenberg zu bringen, und die Musketen zündeten kaum mehr, sodass Gustav Adolf die Schlacht vormittags am 4. September abbrach und die Truppen zurück ins Feldlager auf der Hardhöhe führte, ohne von Wallenstein angegriffen zu werden. Die Verluste waren im Vergleich zu anderen Schlachten des Krieges gering, mit 1200 Gefallenen und 200 Verletzten auf schwedischer Seite gegenüber rund 300 Toten und 700 Verwundeten bei den Kaiserlichen. Da die Schweden nichts erreicht und ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren hatten, galt die Schlacht als Punktsieg für Wallenstein, auch wenn beide Armeen vor allem durch Krankheit und Versorgungsschwierigkeiten geschwächt waren.