Schlacht bei Rain am Lech
Schlacht des Dreißigjährigen Kriegs
ach dem Sieg über die Katholische Liga bei Breitenfeld im September 1631 waren die Schweden über Thüringen an den Main vorgerückt, hatten Erfurt unter Kontrolle gebracht und die Festung Marienberg in Würzburg erobert. Anfang 1632 unterstellte sich Nürnberg freiwillig der schwedischen Herrschaft. Nach dem Winterquartier rückte das Heer Gustav Adolfs weiter auf Bayern vor und nahm Donauwörth ein. Im April 1632 planten die Schweden, den Lech zu überqueren, in Bayern einzudringen und Ingolstadt, Landshut und München zu bedrohen oder die belagerte Reichsstadt Regensburg zu entsetzen. Generalleutnant Graf von Tilly wollte dies verhindern und entschloss sich, das schwedische Heer mit dem geschwächten Ligaheer am Flussübergang bei Rain aufzuhalten.
Nach zwei Tagen Dauerfeuer auf beiden Seiten des Flusses gelang den Schweden der Übergang über den Lech unerwartet weiter südlich, worauf Tilly zu spät reagierte. In den folgenden Kämpfen wurde Tilly von einer Kugel eines Doppelhakens im rechten Oberschenkel getroffen, der völlig zertrümmert wurde. Auch sein Stellvertreter Johann von Aldringen wurde verletzt und war nicht mehr einsatzfähig. Der bayerische Kurfürst Maximilian I. befahl den Rückzug des geschlagenen Heeres in die Festung Ingolstadt. Der Rückzug glich eher einer Flucht, bei der der gesamte Tross und fast alle Geschütze verloren gingen.
Graf von Tilly erlag am 30. April 1632 in Ingolstadt seiner Verletzung. Gustav Adolf zog zunächst ebenfalls nach Ingolstadt, verzichtete aber auf die Eroberung der stark befestigten Stadt und verfolgte auch nicht die fliehenden bayerischen Truppen, die Kurfürst Maximilian nach Regensburg schickte, um dort Quartiere zu finden und zugleich die Reichsstadt zu besetzen. Stattdessen zog Gustav Adolf weiter nach München, das er Mitte Mai erreichte, ohne Gegenwehr besetzte und wo er ein hohes Lösegeld eintreiben konnte.