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Schlacht bei Bouvines

Schlacht

er deutsche Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. zog die großen Mächte Westeuropas in seinen Bann. Johann Ohneland galt als Verbündeter seines welfischen Neffen Otto von Braunschweig, wodurch dieser Frankreich umklammern konnte. Philipp II. wurde dadurch zum Verbündeten des Staufers Philipp von Schwaben. Nach mehreren Erfolgen fiel der Staufer 1208 in Bamberg einem Attentat zum Opfer. Otto IV. wurde nun von staufischen Parteigängern anerkannt, zog 1209 nach Rom und ließ sich krönen. Doch seine Eroberung Unteritaliens veranlasste Papst Innozenz III., ihn 1210 zu exkommunizieren und sich mit Philipp II. zu verbünden.

Kaiser Otto IV. floh nach der Niederlage nach Köln und zog sich nach Braunschweig zurück, wo er im Mai 1218 vereinsamt und entmachtet starb. Bereits nach der Schlacht hatte die Mehrheit der deutschen Landesfürsten den Staufer Friedrich II. als König anerkannt, und nach Ottos Tod stellte die welfische Partei keinen weiteren Gegenkandidaten mehr auf. Der Thronstreit war damit entschieden. Friedrich II., der sich seit 1212 bis August 1220 in Deutschland aufhielt, verdankte Philipps Sieg die Möglichkeit, tatsächlich Macht auszuüben. Erst 1220 kehrte er nach Italien zurück und ließ sich am 22. November in Rom zum Kaiser krönen, während er in Deutschland durch seinen Sohn Heinrich vertreten wurde.

König Johann Ohneland ersuchte nach der Nachricht von der Niederlage seines Neffen um Waffenstillstandsverhandlungen mit Philipp II. Er selbst hatte am 2. Juli 1214 bei Roche-aux-Moines eine eigene Niederlage erlitten und wurde vom Prinzen Ludwig verfolgt. Am 18. September 1214 musste er im Waffenstillstand von Chinon auf alle französischen Territorien seiner Familie nördlich der Loire verzichten. Nach seiner Rückkehr nach England sah er sich einer Revolte seiner Barone gegenüber, die 1215 in der Magna Carta Libertatum gipfelte. Die Schlacht nahm ihm die letzte Gelegenheit, das 1204 zerschlagene angevinische Reich zurückzuerobern, und beeinflusste zugleich die weitere englische Verfassungsgeschichte.

In Frankreich begünstigte die Schlacht eine entgegengesetzte Entwicklung. Schon vor Bouvines hatte Philipp II. daran gearbeitet, die Krongewalt gegenüber den großen Vasallen durchzusetzen, was ihm mit der Zerschlagung des angevinischen Reichs 1204 gelang. Mit dem Sieg verteidigte er das Erreichte und wehrte den letzten ernstzunehmenden Versuch der Plantagenets ab, ihr Reich zurückzuerobern. Erst im Frieden von Paris 1259 erkannte Heinrich III. die bei Bouvines geschaffenen Tatsachen vertraglich an. Der Sieg erlaubte es Philipp II. und seinen Nachfolgern, eine königliche Höchstgewalt über alle Regionen ihres Königreiches zu etablieren, wodurch die Macht der Feudalfürsten schrittweise eingeschränkt wurde.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Schlacht bei BouvinesVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270084133redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Horace Vernetentstanden 1827Public domainQuelle