Schlacht bei Riade
Schlacht der Ungarnkriege
u Beginn des 10. Jahrhunderts wurde das Ostfränkische Reich mehrfach von Beutezügen der Magyaren heimgesucht, die raubten und brandschatzten, ohne erobern zu wollen. Auch das sächsische Herzogtum war betroffen. 926 gelang es nahe der Königspfalz Werla, einen magyarischen Fürsten gefangen zu nehmen. Im Gegenzug für dessen Freilassung handelte König Heinrich I. einen neunjährigen Waffenstillstand aus, musste aber einen jährlichen Tribut zahlen. Diese Zeit nutzte Heinrich für eine Heeresreform, den Bau neuer Befestigungen und Kriegszüge gegen die Slawenstämme östlich von Elbe und Saale, wobei er Abodriten, Wilzen, Heveller, Daleminzier, Böhmen und Redarier unterwarf. Als eine Gesandtschaft der Magyaren 932 den fälligen Tribut abholen wollte, soll Heinrich ihnen einen toten Hund vor die Füße geworfen haben. Damit endete der Waffenstillstand.
Der genaue Ort der Schlacht nahe einer nicht lokalisierbaren Burg des Wido ist heute nicht mehr bekannt. Gesucht wird er im Gebiet der Helme-Unstrut-Niederung oder im Raum um Merseburg. Auch der Lagerplatz Heinrichs, Riade, wird bis heute ohne Erfolg gesucht. Michael Gockel vermutet Riade in Ritteburg an der Mündung der Helme in die Unstrut. Mühlpfordt will die Schlacht dagegen bei Radewell am Zusammenfluss von Elster und Saale lokalisieren. Auch das Schlachtfeld um Riethgen bei Weißensee in Thüringen wird genannt, wobei man auf den Flurnamen Hunnenfeld verweist. Dort soll Heinrich angeblich vom sogenannten Kains- beziehungsweise Königsberg seine Truppen befehligt haben.
Die Armee der Magyaren bestand aus leichter Reiterei mit hervorragenden Bogenschützen, die in kleinen Gruppen angriffen, Pfeile abschossen und wieder verschwanden. Diese Taktik war bislang immer erfolgreich gewesen. Heinrich setzte eine wohl in früheren Ungarnkriegen entwickelte Gegentaktik ein: Leicht bewaffnete Krieger zu Fuß sollten durch vermeintliche Wehrlosigkeit die Magyaren zum Angriff verleiten. Diese griffen die vorausgeschickten Thüringer tatsächlich an, zogen sich aber zurück, sobald sie das voll ausgerüstete Heer der Panzerreiter erblickten. Heinrichs Heer blieb nur noch, das Heerlager der Magyaren zu plündern und die dort gemachten Gefangenen zu befreien. Auch Liudprand beschreibt eine heillose Flucht der Magyaren.