Schlacht bei Tagliacozzo
Schlacht in den Kriegen zwischen den Guelfen und den Ghibellinen
Vorgeschichte
arl von Anjou war vom Papst mit dem Königreich Sizilien belehnt worden und hatte 1266 in der Schlacht bei Benevent den staufischen König Manfred, Konradins Onkel, besiegt und getötet. Im August 1267 brach Konradin von Deutschland auf, um sein Erbe zurückzugewinnen. Die deutschen Fürsten gaben ihm kaum Unterstützung; nur einige Angehörige des niederen Adels und der vertriebene Markgraf Friedrich I. von Baden-Österreich begleiteten ihn. Rückhalt fand er bei den ghibellinischen Städten Mittelitaliens unter Führung von Pisa sowie bei Revolten im Königreich Sizilien gegen die harte Herrschaft Karls von Anjou.
Schlachtverlauf
Am 18. August 1268 verließ Konradin mit einem Heer von etwa 4.000 bis 4.500 Mann Rom. Karl von Anjou zog mit einem kleineren, aber schlagkräftigen Aufgebot entgegen. Die Entscheidungsschlacht fand am 23. August zwischen Magliano und Albe auf der Palentinischen Ebene statt. Karls zahlenmäßiger Nachteil wurde durch taktische Überlegenheit und eine Kriegslist ausgeglichen: Nachdem seine ersten beiden Reihen geschlagen worden waren, griff er mit einer verborgenen Reserve überraschend die dritte Reihe an, in der sich Konradin befand. Nach erbittertem Kampf mit rund 4.000 Gefallenen behielt Karl das Feld. Konradin wurde gefangen genommen und am 29. Oktober in Neapel hingerichtet.
Folgen und Bedeutung
Mit der Niederlage und Konradins Hinrichtung in Neapel trat die Dynastie der Staufer endgültig aus der Geschichte Deutschlands und Italiens ab. Die ghibellinische Partei war ruiniert, und für einige Jahre etablierte sich die Vorherrschaft der Franzosen in Italien. Karl von Anjou ließ Rebellen und Gefolgsleute Konradins mit äußerster Härte verfolgen und hinrichten. Dauerhaft sichern konnte er Sizilien jedoch nicht: 1282 kam es zur Sizilianischen Vesper, einem erfolgreichen Aufstand gegen die französische Fremdherrschaft. In dessen Folge gewann der Staufererbe Peter III. von Aragón dieses Königreich, während Karl nur das Königreich Neapel verblieb.