Schlacht von Cortenuova
militärische Auseinandersetzung zwischen den Truppen des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II. und den Streitkräften des Lombardenbunds
er Lombardenbund hatte seine Unabhängigkeit schon gegenüber Friedrich I. und Heinrich VI. behauptet. Im Jahr 1226 sperrten die Städte dem Kreuzzugsheer Friedrichs II. die Pässe. Später forderte der Kaiser die Auflösung des Bundes, die Anerkennung seiner Rechte und Truppen für das Heilige Land. Als sich die Lombarden weigerten, erklärte Friedrich II. 1236 den Reichskrieg. Die Städte agierten zunächst defensiv und vermieden eine offene Schlacht, was im ersten Kriegsjahr gelang. 1237 wechselte Mantua auf die Seite des Kaisers. Dieser versammelte dort im September sein Heer, verstärkt durch 2.000 Ritter aus dem Reich und angeblich 7.000 sarazenische Bogenschützen aus Apulien, und zog nach Norden gegen Brescia. Das lombardische Heer bezog Stellung bei Maniero, sodass beide Seiten bis Jahresende verharrten. Verhandlungen, an denen sich auch Papst Gregor IX. beteiligte, blieben ergebnislos.
Im November 1237 entließ Friedrich II. die Kontingente reichstreuer Städte und zog scheinbar nach Cremona in die Winterquartiere. Die Lombarden lösten daraufhin ihre Stellung auf und marschierten heimwärts. Tatsächlich wandte sich der Kaiser jenseits des Oglio sofort nach Norden, um das Bundesheer zu stellen. Am Morgen des 27. November griff sein Heer das Lager der Lombarden bei Cortenuova an. Die Vorhut überraschte den Gegner, bis das Hauptheer eintraf; Ritter und Fußsoldaten wirkten dabei ungewöhnlich eng zusammen. Die Lombarden erlitten schwere Verluste und flüchteten teils panisch, sammelten sich aber um ihren Fahnenwagen und in Cortenuova, wo sie sich erfolgreich verteidigten. Auch der Einsatz der sarazenischen Bogenschützen blieb wirkungslos. Friedrich II. ließ die Schlacht für die Nacht unterbrechen, doch die Lombarden setzten sich ab, wobei erneut viele umkamen. Am Morgen besetzten die kaiserlichen Truppen das verlassene Lager.
Bei ihrer Flucht ließen die mailändischen Truppen ihren Fahnenwagen zurück. Friedrich II. ließ ihn durch Cremona ziehen, gezogen von einem Elefanten, mit dem gefangenen Petrus Tiepolo, Sohn des Dogen von Venedig Jacopo Tiepolo und Podestà von Mailand, darauf. Friedrich sah sich auf dem Höhepunkt seiner Macht, doch Verhandlungen mit dem Bund scheiterten, weil er das Friedensangebot Mailands ablehnte. Er ließ den Wagen auf dem römischen Capitol aufstellen und seinen Sieg verkünden, was Papst Gregor IX. verärgerte, da der Kaiser damit dessen Hoheitsanspruch auf Rom missachtete. Friedrich hatte zudem Kontakte zu stadtrömischen Kreisen aufgenommen. Dauerhaft blieben die Erfolge jedoch nicht: Die Belagerung Brescias scheiterte, und am 20. März 1239 erließ Gregor IX. eine Bannbulle gegen den Kaiser. Dennoch zeigte der Sieg von Cortenuova das Machtpotential Friedrichs II. in Italien.