Schleswig
Stadt in Schleswig-Holstein in Deutschland
Von Sliasthorp zur Handelsstadt
chleswig wurde im Jahre 804 erstmals als Sliasthorp erwähnt. Die Endung thorp verweist darauf, dass es sich um eine Nebensiedlung handelte. Der zugehörige Hauptort, die Wikingersiedlung Haithabu am Haddebyer Noor, wurde von König Gudfred 808 zum Handelsplatz ausgebaut und im Jahr 1066 endgültig zerstört. Ob die Keimzellen des heutigen Schleswig schon vor dieser Zerstörung bestanden oder erst danach entstanden, wird in der Forschung diskutiert. Adam von Bremen nennt als Ortsbezeichnungen Sliaswich und Heidiba.
Bischofssitz und Synode
Adam von Bremen berichtete ausführlich über die Bedeutung Haithabus und Schleswigs. Unter Erzbischof Adalbert von Bremen wurde in Schleswig eine Synode abgehalten, zu der Vertreter aus ganz Nordeuropa eingeladen waren. Die ersten Bischöfe Schleswigs waren Harald, Poppo und Rodolphus. Für das Jahr 1134 wird von Saxo Grammaticus erstmals der Dom erwähnt.
Reformation und Hexenverfolgung
Nach der Reformation verschwanden bis auf wenige Ausnahmen nahezu alle der zahlreichen Kirchen und Klöster der Stadt, teilweise wurden sie bis auf die Fundamente abgebrochen. An ihrer Stelle entstanden zahlreiche Adelspalais, in denen hohe Beamte des aufblühenden Herzogtums residierten. Bei Hexenverfolgungen in den Jahren 1548 bis 1551 wurden mindestens 38 Frauen verurteilt und hingerichtet, Richtstätte war der Marktplatz. Die Prozessakten sind im Schleswiger Stadtarchiv erhalten geblieben. 2014 erinnerten Kirche und Bürgermeister Arthur Christiansen in einem Gedenkgottesdienst im Schleswiger Dom an die Opfer der Hexenprozesse.
Sitz von Regierung und Ständen
Nach dem Verlust der Residenzfunktion für die Gottorfer Herzöge wurde Schloss Gottorf Sitz des Obergerichts sowie der Regierungs- und Justizbehörde für das gesamte Herzogtum Schleswig, später auch Sitz einer gemeinschaftlichen Regierung für beide Herzogtümer. Da der Herzog von Schleswig als dänischer König meist in Kopenhagen weilte, setzte er stets Statthalter auf Gottorf ein. Unter dem Statthalter Landgraf Carl von Hessen erlebte Schleswig erneut eine Blütezeit. 1836/1843 wurden Regierung und Gericht getrennt und die Ständeversammlung des Herzogtums wieder eingerichtet.