Schloss Dachau
Schloss in Bayern
rnold I. von Scheyern ließ um 1100 die Dachauer Burg erbauen, nachdem er Beatrix von Reipersberg geheiratet hatte, die Erbtochter der Grafschaft Dachau. Nach der Wahl des Stauferkönigs Konrad III. 1138 kam es zum Konflikt zwischen Staufern und Welfen, in den auch Konrad II. von Dachau verwickelt wurde. Heinrich Jasomirgott belagerte 1142 Dachau und zerstörte die Burg, doch Konrad II. baute sie wieder auf und wurde 1152 zum Herzog von Meranien ernannt. 1182 starb der letzte Graf von Dachau, Konrad III., ohne Erben, und Otto von Wittelsbach erwarb Burg und Herrschaft Dachau. Die ursprüngliche Burg wurde zwischen 1398 und 1403 abgerissen und durch die erste steinerne Vierflügelanlage ersetzt. 1467 wählte Herzog Siegmund die Burg in Dachau als Wohnsitz.
Unter Wilhelm IV. und Albrecht V. wurde die Burg 1546 bis 1577 zu einem Schloss mit vier Flügeln ausgebaut. Der Saal im Südwestflügel erhielt 1564 bis 1566 eine prachtvolle Holzdecke von Hans Wisreutter, die als einer der herausragendsten Renaissancesäle nördlich der Alpen gilt. Im frühen 18. Jahrhundert ließ Kurfürst Max II. Emanuel das Schloss durch Joseph Effner umgestalten, die Westfassade wurde 1715 im Régence-Stil gestaltet. König Max Joseph I. ließ zu Beginn des 19. Jahrhunderts drei der vier Flügel abreißen, die durch napoleonische Einquartierung Schaden genommen hatten; nur der barocke Festsaaltrakt blieb erhalten. Die Renaissancedecke wurde 1868 ins Nationalmuseum verbracht und 1977 wieder am ursprünglichen Ort angebracht. Ab 1907 diente das Schloss Ausstellungen der Dachauer Künstlervereinigung, heute finden im Festsaal die Dachauer Schlosskonzerte statt.
Der Hofgarten entstand ab 1572 und wurde ab 1578 nach Plänen von Friedrich Sustris als geometrisch geordneter Renaissancegarten angelegt. Joseph Effner, der Dachauer Hofgärtnersohn, ging 1706 nach Paris, um Gartenkunst zu studieren, und gestaltete 1717 mit seinem Bruder für Kurfürst Max Emanuel den Garten im Stil des Barock. Kurfürst Max III. Joseph ließ bereits 1765 einen Bereich als Englischen Landschaftsgarten entwickeln. Friedrich Ludwig von Sckell ließ ab 1802 Obstbäume pflanzen, und die terrassierten Gärten des Schlossberges waren mit dem Weinbergschloss Sanssouci vergleichbar. Dachau war für die Qualität seines Tafelobstes berühmt. Von der Terrasse reicht der Panoramablick über München auf die Alpenkette bis ins Allgäu.