Schwäbisch Gmünd
Stadt im Ostalbkreis in Baden-Württemberg
ie ersten Siedlungsspuren reichen bis ins 2. Jahrhundert nach Christus zurück. Damals schob das römische Militär die Reichsgrenze über die Donau und begann um 150 nach Christus, Militärlager zur Sicherung des Limes zu errichten. Dabei entstanden zivile Ansiedlungen, darunter beim Kastell Schirenhof im heutigen Stadtgebiet. Ab 233 nach Christus nahmen die Alemannen die Grenzanlagen ein.
Mit dem Erlöschen des Hauses der Staufer wurde Gmünd zur Reichsstadt erhoben und erlangte damit Reichsunmittelbarkeit. Dadurch konnte sie sich ein kleines Herrschaftsgebiet erwerben. Neben der eigentlichen Stadt gehörten die Amtsorte Bettringen, Spraitbach, Iggingen und Bargau dazu, jeder mit einer eigenen Vogtei. Während der Pestepidemie 1349 kam es in Schwäbisch Gmünd zu schweren Judenverfolgungen, bei denen die meisten Einwohner jüdischen Glaubens ermordet wurden.
1802/03 fiel das Gebiet der Reichsstadt im Zuge der territorialen Umwälzungen zur Zeit der Koalitionskriege an Württemberg. Von 1803 bis 1806 war es Bestandteil Neuwürttembergs, in dem der Kurfürst und spätere König Friedrich mit unbeschränkter Macht herrschte. Die mediatisierte Reichsstadt wurde im seit 1806 bestehenden Königreich Württemberg Sitz des Oberamtes Gmünd. 1807 entstand eine Gehörlosenschule, 1823 eine Blindenschule und 1825 ein Lehrerseminar.
Während der reichsstädtischen Zeit stammten die Bürgermeister der Stadt aus den Zünften. Nach den Reformen Karls V. waren die Stadtoberhäupter von 1551 bis 1802 Bürgermeister auf Lebenszeit. Jeweils drei Bürgermeister teilten sich zu dieser Zeit die Spitze der Stadt und wechselten sich alle vier Monate im Amt ab. Nachdem Schwäbisch Gmünd zu Württemberg gekommen war, wurde 1802 die württembergische Städteverfassung eingeführt, wodurch zunächst ein einzelner Bürgermeister an der Spitze stand. Ab 1819 wurde das Amt zum Stadtschultheiß umgebildet.