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Ständeaufstand in Böhmen (1618)

Konflikt

nde des 16. Jahrhunderts standen sich in Böhmen Hussiten und Katholiken gegenüber, später breitete sich auch das Luthertum aus. 1609 erließ Kaiser Rudolf II. den Majestätsbrief, der Religionsfreiheit verbriefte und ein Defensorkollegium zum Schutz der Nichtkatholiken einrichtete. Nach der Krönung Matthias’ zum König von Böhmen 1611 und zum Kaiser 1612 verlegte dieser seine Residenz nach Wien, wodurch katholische Kräfte in Böhmen gestärkt wurden. Ab 1615 verschärfte sich die Lage in Europa, auch die Thronnachfolge des erkrankten Matthias war umstritten. Im Oñate-Vertrag verzichtete Philipp III. von Spanien auf seine Ansprüche, sodass Ferdinand aus der steirischen Habsburger Linie die Nachfolge antreten konnte.

Am 6. Juni 1617 wurde Ferdinand zum König von Böhmen gewählt und begann sofort mit Rekatholisierung und der Einschränkung ständischer Rechte, was dem Majestätsbrief zuwiderlief. Nach Kirchenschließungen und einem Protestschreiben verbot Ferdinand weitere Ständeversammlungen, doch am 23. Mai 1618 warfen Aufständische die Statthalter Slavata und Martinic sowie den Sekretär Fabricius aus den Fenstern der Prager Burg. Danach wählten die Aufständischen ein dreißigköpfiges Direktorium unter Wenzel Wilhelm von Roupov und bauten eine Armee unter Matthias Thurn auf. 1619 schloss sich Mähren dem Widerstand an, eine neue Verfassung machte Böhmen zur Konföderation, und am 26. August 1619 wurde Friedrich von der Pfalz zum König gewählt, während Ferdinand am 28. August 1619 zum Kaiser gewählt wurde. Am 8. November 1620 entschied die Katholische Liga unter Tilly die Schlacht am Weißen Berg binnen zwei Stunden für den Kaiser, worauf Friedrich floh und die kaiserliche Macht in Böhmen übernommen wurde.

Von den gefangenen Direktoriumsmitgliedern wurden 43 zum Tod verurteilt, am 21. Juni 1621 wurden 27 von ihnen vor dem Altstädter Rathaus in Prag exekutiert. Zwölf Köpfe wurden zehn Jahre lang am Prager Altstädter Brückenturm zur Abschreckung ausgestellt. Vermögen und Ländereien der Exulanten und Hingerichteten wurden konfisziert, darunter 115 Herrschaften und Höfe, und an habsburgtreue Adelige wie Albrecht von Wallenstein verteilt. 1627 wurde die Verneuerte Landesordnung ratifiziert, die das Erbrecht der Habsburger auf den böhmischen Thron festschrieb, die katholische Lehre als einzige Religion zuließ und den Ständen das Recht der Königswahl entzog. König Ferdinand zerschnitt den Majestätsbrief Rudolfs II. eigenhändig. Im Reich weitete sich der Konflikt durch das Eingreifen von Friedrichs Verbündeten und den Griff Bayerns nach der pfälzischen Kurwürde aus und setzte den Dreißigjährigen Krieg endgültig in Gang.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Ständeaufstand in Böhmen (1618)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 261301401redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Maximilian Ornelas Solisentstanden um 1618Public domainQuelle