Stammesherzogtum Sachsen
mittelalterliches Herzogtum zwischen Niederrhein, Unterelbe und Eider bis 1180
Ausdehnung und Aufteilung
as Kerngebiet des Herzogtums umfasste links von Elbe und Saale das bestehende Niedersachsen ohne Ostfriesland, Bremen, die Landesteile Westfalen und Lippe des heutigen Nordrhein-Westfalen sowie den westlichen Teil Sachsen-Anhalts. Es teilte sich von Westen nach Osten in Westfalen, Engern und Ostfalen. Rechts der Elbe umfasste es im Norden Nordalbingien mit Dithmarschen, Holstein und Stormarn, im Nordosten kamen unter Heinrich dem Löwen kurzzeitig Teile des heutigen Mecklenburg hinzu.
Die Eroberung durch die Franken
Nach dem Tod seines Bruders Karlmann im Jahre 771 begann Karl der Große 772 mit der Eroberung von Sachsen. Der Ablauf wiederholte sich jahrzehntelang: War Karl der Große siegreich, unterwarfen sich die Sachsen, versprachen Frieden und Tribut und stellten Geiseln. Nachdem Legaten Karls des Großen 782 eine vernichtende Niederlage gegen Widukind erlitten hatten, rächte Karl der Große ihren Tod im selben Jahr mit dem Blutbad bei Verden an der Aller, bei dem 4500 aufständische Sachsen gerichtet worden sein sollen.
Vom Grafenamt zum Herzogswürde
852 gründete Liudolf, Stammvater der Ottonen, das Kloster Gandersheim. Als Ludwig der Jüngere 882 erbenlos starb, ernannte sein Bruder Kaiser Karl der Dicke den bewährten Feldherrn Heinrich zum Herzog des Ostreichs. Nach dessen Tod wurde Bruns jüngerer Bruder Otto der Erlauchte neuer Herzog; da er vermutlich die Stellung seines eigenen Vaters Liudolf in Ostfalen und die seines Schwiegervaters in den anderen Teilbereichen Sachsens vereinigte, bildete sich unter Herzog Otto das jüngere Stammesherzogtum des sächsischen Stammes heraus.
Askanier, Welfen und das Ende des Herzogtums
Richenza und ihre Tochter Gertrud sicherten die Herzogtümer Bayern und Sachsen für ihren Enkel beziehungsweise Sohn Heinrich den Löwen, der 1142 durch Konrad III. mit Sachsen belehnt wurde. Heinrich der Löwe betrieb eine besonders intensive Expansionspolitik und gab dem Herzogtum Sachsen seine größte Ausdehnung. 1180 entzog Kaiser Friedrich Barbarossa aufgrund des Spruchs sächsischer Fürsten mit der Gelnhäuser Urkunde seinem Vetter Heinrich dem Löwen, dem damals mächtigsten Reichsfürsten, das Herzogtum Sachsen.