Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Stift Essen

Frauenstift

as Stift wurde vor 850 von einer Adelsgruppe um den sächsischen Adligen Altfrid, den späteren Bischof von Hildesheim, in der Nähe des Königshofes Astnidhi gegründet. Erste Äbtissin war Gerswit. König Lothar II. schenkte dem Stift die Villae Homberg und Kassel bei Duisburg. Um 860 schenkte Ludwig der Deutsche dem Stift einen Hofverband in Huckarde und das Salland mit seinen Hofverbänden Archem, Olst und Irthe in der Provinz Overijssel. Karl III. schenkte einen Weinberg bei Godesberg, Zwentibold von Lothringen schenkte 898 linksrheinische Gebiete, die wieder verloren gingen. Der genaue Zeitpunkt der Reichsunmittelbarkeit ist unsicher, vermutlich war es in der Regierungszeit König Konrads I.

EssenOrt auf der Karte 164851.4558 N, 7.0136 OAuf der Karte zeigen

Die Blütezeit erlebte das Stift ab Mitte des 10. Jahrhunderts unter fünf aufeinanderfolgenden Äbtissinnen aus dem Geschlecht der Liudolfinger. Mathilde, Enkelin Kaiser Ottos I., führte das Stift von etwa 973 bis 1011; unter ihr kamen die bedeutendsten Kunstschätze des Essener Domschatzes nach Essen. Auch ihre Vorgängerinnen Hathwig und Ida und ihre Nachfolgerinnen Sophia und Theophanu entstammten dem liudolfingischen Geschlecht und mehrten Rang, Reichtum und Einfluss des Stiftes. 1228 wurde die Äbtissin erstmals als Fürstäbtissin bezeichnet. Ab 1300 nahmen die Fürstäbtissinnen zunehmend ihre Residenz in Borbeck und bildeten eine Herrschaft zwischen Emscher und Ruhr heraus, zu der die Stadt Essen gehörte.

Von 1512 bis zur Auflösung gehörte die Reichsabtei zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. Die Fürstäbtissin gehörte seit 1653 dem Rheinischen Reichsprälatenkollegium an. 1495 schloss die Abtei einen Erbvogteivertrag mit den Herzögen von Kleve und Mark, wodurch das Stift Essen das Recht verlor, sich selbst einen Vogt zu wählen. Seit August 1802 war das Territorium von preußischen Truppen besetzt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Stift im Jahre 1803 aufgelöst. Das drei Quadratmeilen große Gebiet ging 1803 an Preußen, gehörte von 1808 bis 1813 zum Großherzogtum Berg und gelangte danach aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wieder an das Königreich Preußen. Die letzte Äbtissin, Maria Kunigunde von Sachsen, starb am 8. April 1826 in Dresden.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Stift EssenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267589932redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Essen_2011_66.jpg: Gryffindor derivative work: Hic et nunc (talk)entstanden 2011Public domainQuelle