Tábor
Gemeinde in Tschechien
ábor wurde als eine Hochburg der nach dem tschechischen Reformator Jan Hus benannten hussitischen Bewegung bekannt. Jan Hus wurde am 6. Juli 1415 in Konstanz am Scheiterhaufen hingerichtet. Im Frühjahr 1420 zog der radikale Teil der Bewegung aus der Stadt Sezimovo Ústí auf einen nahegelegenen Berg mit der Burg Kotnov. Sie benannten diesen Ansiedlungsort nach dem biblischen Berg Tabor in Galiläa und errichteten eine Gemeinde nach urchristlichem Vorbild. Entgegen der mittelalterlichen Ständeordnung bestand der Anspruch der Gleichberechtigung.
Die Stadt Tábor blieb Zentrum des radikalsten hussitischen Städtebundes, der Taboriten. Nachdem dieser in der Schlacht von Lipan zusammen mit den Orebiten von den gemäßigten Kalixtinern geschlagen wurde, wurde Sigismund von Luxemburg nach einigen Zugeständnissen an die hussitische Bewegung zum König von Böhmen gewählt. Tabor verlor durch die Erhebung zur freien Königsstadt im Jahre 1437 endgültig seinen Charakter als revolutionäre Hochburg und wurde in das bestehende System integriert. Im Jahr 1452 wurde die Stadt von Georg von Podiebrad in Besitz genommen.
Im Dreißigjährigen Krieg, während der Rekatholisierung und Restauration der Habsburger in Böhmen, wurde die Stadt 1621 und 1648 belagert und zum Teil niedergebrannt. In den 1620er Jahren wurden die Bewohner durch Einschüchterung in Massentaufen dem römisch-katholischen Glauben zurückgeführt oder mussten unter Zurücklassung ihres Eigentums die Stadt verlassen.