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Tizian

führender Vertreter der venezianischen Malerschule des 16. Jahrhunderts (um 1490–1576)

532 reiste Tizian im Auftrag von Federico Gonzaga nach Bologna, wo Kaiser Karl V. weilte. Er porträtierte den Habsburger zweimal und schönte dabei dessen vorstehenden Unterkiefer, anders als sein Konkurrent Jakob Seisenegger. Am 10. Mai 1533 wurde er zum kaiserlichen Hofmaler und Ritter vom Goldenen Sporn ernannt, auch seine Kinder wurden geadelt. 1537 entzog ihm die venezianische Regierung wegen vernachlässigter Arbeiten im Dogenpalast sein Maklerpatent zugunsten von Giovanni Antonio da Pordenone, seinem einzigen Rivalen. Nach dessen Tod Ende 1539 erhielt Tizian das Patent zurück und wandte sich wieder den Arbeiten im Dogenpalast zu, darunter die Schlacht bei Cadore im großen Ratssaal.

Während der letzten 25 Jahre seines Lebens, von 1550 bis 1576, arbeitete Tizian hauptsächlich für Philipp II. und als Porträtist und zog sich zunehmend aus dem Geschehen in Venedig zurück. 1555 war er auf dem Konzil von Trient. Sein Hauptauftraggeber blieb Philipp II., für den er die berühmte Reihe Poesie mit mythologischen Bildern malte. Sein Neffe Marco Vecellio begleitete ihn in dieser Zeit als treuer Gefährte und imitierte seine Maltechnik.

1548 markierte die Enthüllung des Wunder des hl. Markus durch Jacopo Tintoretto den Beginn der Abwendung Tizians von der venezianischen Gesellschaft, bedingt durch Konkurrenz zu Tintoretto. Zugleich intensivierten sich seine Kontakte zu Kaiser Karl V. und dessen Sohn Philipp II., besonders zu Karl V. entwickelte sich eine enge persönliche Beziehung. Nach seiner Abdankung nahm der Kaiser fast nur Werke Tizians mit sich in das Kloster San Jerónimo de Yuste, darunter ein Porträt seiner 1539 verstorbenen Frau Isabella von Portugal und die Glorie, sein Lieblingswerk. Darin ist Karl V. kniend, barhäuptig und mit abgenommener Krone dargestellt, umgeben von der thronenden Dreifaltigkeit, Maria, dem kaiserlichen Gesandten Francisco de Vargas und Propheten des Alten Testaments.

Besonders eng waren Tizians Beziehungen zum Königshof in Madrid, sodass der Tod Karls V. für ihn ein harter Schicksalsschlag war. Karl V. hatte ihn zum Hofmaler ernannt und selbst sowie seine Söhne adeln lassen und hätte ihn am liebsten dauerhaft an sich gebunden. Nach seiner Abdankung in Brüssel 1556 nahm er überwiegend Gemälde Tizians mit sich. Auch Philipp II. war ein wichtiger Auftraggeber und großer Liebhaber Tizians, ebenso versuchte selbst Papst Paul III. aus Rom, ihn als Hofmaler zu gewinnen.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel TizianVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270026792redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Tizianentstanden 1562Public domainQuelle