Ulm
Großstadt in Baden-Württemberg, Deutschland
Königspfalz und erste Nennung
m frühen Mittelalter, wohl um 850, wurde Ulm zur Königspfalz. Die erste urkundliche Erwähnung datiert vom 22. Juli 854. König Ludwig der Deutsche besiegelte damals eine Urkunde in Hulma.
Reichsstadt nach dem Ende der Staufer
Mit dem Ende der staufischen Herrschaft gelang es Ulm, eine Königsstadt zu bleiben. Möglicherweise lag das daran, dass die Reichsvogtei innehabenden Linien der Grafen von Dillingen fast gleichzeitig ausstarben und Graf Ulrich von Württemberg als neuer Vogteiinhaber keine Ambitionen bezüglich Ulms hatte.
Höhepunkt als reichsstädtisches Territorium
Ihren wirtschaftlichen wie kulturellen Höhepunkt erreichte die Stadtentwicklung um 1500. Ulm besaß das nach Nürnberg zweitgrößte reichsstädtische Territorium auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Drei Städte, Geislingen, Albeck und Leipheim, sowie 55 Dörfer gehörten zum Gebiet. Die Stadt war wichtiger Umschlagplatz für Eisen, Textilwaren, Salz, Holz und Wein.
Verlust der Reichsfreiheit und Wechsel der Landesherrschaft
Die Neuordnung Europas durch Napoleon wirkte sich auch in Ulm aus. 1802, noch vor der Verkündung des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803, verlor die Stadt ihre Unabhängigkeit und wurde dem Kurfürstentum Bayern eingegliedert. Anknüpfend an Ulms führende Rolle innerhalb des aufgelösten schwäbischen Reichskreises wurde Ulm Sitz der Landesdirektion der Baierischen Provinz Schwaben. Für Ulm hatte der spätere Übergang an Württemberg 1810 schwerwiegende und bis heute andauernde Folgen: der größere Teil des ehemaligen reichsstädtischen Territoriums kam zwar mit Ulm an Württemberg, unterlag jedoch zu großen Teilen nicht mehr direkter Ulmer Verwaltung, sondern wurde anderen Ämtern zugeschlagen.