Verden (Aller)
Kreisstadt des Landkreises Verden in Niedersachsen, Deutschland
n einer Urkunde Karls des Großen wird Verden erstmals in nahezu heutiger Namensform als Ferdi in Saxonia erwähnt. Der Name verweist auf Furt oder Fähre. An dieser Stelle gabelte sich die Aller, wodurch der Fluss flacher und die Strömung geringer wurde. So entstand eine natürliche Furt, die Reisenden auf Überlandwegen die Querung ermöglichte. Zugleich reichte ein Ausläufer einer Geestplatte bis nahe an den Fluss heran. Diese Bedingungen begünstigten vermutlich die Entstehung der ersten dauerhaften Siedlung in Verden.
Von 1517 bis 1683 fanden in Verden Hexenverfolgungen statt. 80 Frauen und neun Männer gerieten in Hexenprozesse, 26 Frauen und sechs Männer wurden verbrannt. Margarethe Sievers, eine fünfzehnjährige Tochter eines Steinhauers, vermutlich nervenkrank und von den eigenen Eltern angezeigt, wurde 1618 enthauptet. Sechs Frauen starben unter der Folter, fünf in der Haft. Für das Jahr 1606 sind bei 16 Prozessen Flucht und ein unbekannter Ausgang vermerkt. Heinrich Rimphoff, ab 1642 Superintendent über das Bistum Verden, war für die Wiederaufnahme der Verfolgungen verantwortlich. Zusammen mit dem Verdener Domkapitel, dem Magistrat und der juristischen Fakultät der Universität Rinteln trieb er 1647 einen Hexenprozess voran, der für mehrere Frauen mit dem Tod endete.
Durch den Westfälischen Frieden fiel das Bistum Verden als Reichslehen an die schwedische Krone. 1667 wurden Norder- und Süderstadt durch die schwedische Krone zwangsvereint. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg wurde Verden 1675 durch mehrere Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark erobert und blieb bis zum Kriegsende 1679 in alliiertem Besitz. Im Frieden von Saint-Germain fiel Verden 1679 wieder an Schweden. Nach kurzer dänischer Herrschaft kam Verden 1719 durch Kauf zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, umgangssprachlich Kurhannover genannt. Von 1765 bis 1805 war die Stadt Garnison des 5. Kurhannoverschen Kavallerie-Regiments. Von März bis Dezember 1810 war Verden Distrikthauptstadt im Departement der Elbe- und Weser-Mündung, einem Teil des Königreichs Westphalen.