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Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg

Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches

ach dem Tod seines Bruders Johann Friedrich erbte Ernst August 1679 das Fürstentum Calenberg. Sein wichtigstes Ziel war der Erwerb der Kurwürde für sein Haus. Seit 1689 verhandelte er mit Kaiser Leopold I. Schon 1682 hatte Ernst August das Primogeniturrecht proklamiert, wonach der älteste Sohn Georg Ludwig alleiniger Erbe von Calenberg und Grubenhagen werden sollte. Ein Erbschaftsvertrag mit seinem Bruder Georg Wilhelm sicherte zudem, dass nach dessen Tod das Fürstentum Lüneburg an die Hannoveraner Welfen fiel. Der Landeshaushalt wurde geordnet, die Verwaltung dem Kabinett des Fürsten unter Franz-Ernst Graf von Platen und Otto Grote zu Schauen unterstellt, dem Geheimen Rat als oberster Behörde zur Seite standen Kanzlei, Kammer, Konsistorium und Kriegsrat.

1692 kreierte der Kaiser die neunte Kur des Reiches und verlieh sie der Calenberger Linie der Welfen. Ein Vertrag zwischen Kaiser und beiden Linien des Hauses Lüneburg sah dafür eine ewige Union zwischen Habsburg und Lüneburg vor. Der Gesandte Johann Christoph von Limbach bemühte sich am Reichstag in Regensburg 16 Jahre lang um dessen Zustimmung, die erst 1708 erfolgte, zwei Jahre vor seinem Tod. Die Erhebung stieß bei der wolfenbüttelschen Linie auf Widerstand, da diese trotz des seit 1414 bestehenden und 1555 von Karl V. bestätigten Seniorats zurückgesetzt wurde. Die Brüder Rudolf August und Anton Ulrich verbündeten sich 1700 in Nürnberg mit anderen Fürsten zum Bund der korrespondierenden Fürsten. Anton Ulrich wurde 1702 wegen seiner Allianz mit Frankreich von der Mitregentschaft ausgeschlossen. 1706 nötigten Georg Wilhelm und Georg Ludwig mit kaiserlicher Hilfe die wolfenbüttelschen Fürsten zur Anerkennung der Kurwürde.

Georg Ludwig erbte 1705 das Fürstentum Lüneburg und vereinte damit fast alle braunschweig-lüneburgischen Lande. 1714 erbte er nach dem Tod der kinderlosen Königin Anne Stuart gemäß dem Settlement Act von 1701 die britische Krone. Seine Mutter Sophie von der Pfalz war eine Enkelin Jakobs I. Die Personalunion endete 1837 mit der Thronbesteigung Victorias, da in Hannover nur männliche Erben zugelassen waren; die Herrschaft ging an Ernst August, Herzog von Cumberland, über. Durch die Union wurde Kurhannover in politischer Hinsicht ein Trabant Großbritanniens, wirtschaftlich profitierte es jedoch von neuen Handelsbeziehungen mit dem britischen Empire. In innerdeutschen Angelegenheiten galt es hinter Habsburg und Brandenburg-Preußen als dritte Größe.

Der Siebenjährige Krieg traf Kurhannover als eines der Hauptkampfgebiete schwer, nachdem der Bund Österreichs mit Frankreich Hannover im Gefolge Großbritanniens zum Bündnis mit Friedrich II. von Preußen geführt hatte. Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel übernahm als Oberbefehlshaber des alliierten Heeres, konnte aber die Niederlage des Herzogs von Cumberland bei Hastenbeck 1757 und die folgende Konvention von Kloster Zeven nicht verhindern, wodurch das Land ein Jahr lang den Franzosen überlassen blieb. 1760 folgte Georg III. seinem Großvater. Ab dem Bayerischen Erbfolgekrieg beteiligte sich Kurhannover engagierter an der innerdeutschen Politik, in Übereinstimmung mit Preußen gegen die josephinischen Expansionsbestrebungen. 1785 trat Georg III. dem von Friedrich II. von Preußen initiierten Fürstenbund bei, mit geheimen Separatartikeln zwischen Preußen, Kurhannover und Kursachsen für gegenseitige Unterstützung im Kriegsfall.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Kurfürstentum Braunschweig-LüneburgVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268960829redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Herman Mollentstanden 1722Public domainQuelle