Viktor IV. (Oktavian)
Gegenpapst zu Papst Alexander III.
ctaviano de Monticelli entstammte einer Seitenlinie der Crescentier und galt seinen Zeitgenossen dadurch als verwandt mit dem europäischen Hochadel. 1138 wurde er Kardinaldiakon von San Nicola in Carcere, 1151 Kardinalpresbyter von Santa Cecilia. Bei der Papstwahl am 7. September 1159 war er der Kandidat Kaiser Friedrich Barbarossas. Nachdem er seinem Kontrahenten Roland Bandinelli, der sich Papst Alexander III. nannte, unterlegen war, ließ er sich von bewaffneten Anhängern zum Papst ausrufen und empfing am 4. Oktober 1159 unter dem Schutz des Kaisers die päpstlichen Weihen. Alexander III. musste daraufhin ins Exil nach Frankreich fliehen, doch gelang es Viktor nicht, sich außerhalb des von Barbarossa beherrschten Imperiums Anerkennung zu verschaffen.
Octaviano de Monticelli starb 1164 in Lucca und wurde im Dom zu Lucca beigesetzt. Als von Wundern an seinem Grab berichtet wurde, ließ Papst Gregor VIII. im Jahr 1187 das Grab aufbrechen und räumte es persönlich von Gebeinen frei, denn ein wundertätiger Gegenpapst störte seine Politik. Mit dem Tod des Gegenpapstes war das Schisma allerdings nicht beendet. Die kaiserliche Partei versuchte vielmehr, mit den Gegenpäpsten Paschalis III. von 1164 bis 1168, Calixt III. von 1168 bis 1178 und Innozenz III. von 1179 bis 1180 ihren Widerstand gegen Alexander III. fortzusetzen.