Villach
Stadt in Kärnten, Österreich
ie ältesten menschlichen Spuren im Raum Villach stammen aus der späten Jungsteinzeit. Aus der Römerzeit, die ab 15 v. Chr. begann, gibt es vielfältige Funde; in der Nähe des heutigen Villach bestand ein Ort namens Santicum, vermutet nahe den Thermalquellen von Warmbad im Süden. Eine zeitweilig ebenfalls bei Villach vermutete römische Zollstation Bilachinium lag dagegen tatsächlich im Kanaltal bei Camporosso. Um das Jahr 600 wanderten slawische Stämme ein und gründeten das slawische Fürstentum Karantanien.
Im Jahr 1060 erhielt Villach das Marktrecht, in der folgenden Zeit wuchs die Marktsiedlung zur voll entwickelten Stadt heran; als Stadt ist Villach spätestens seit 1240 urkundlich nachgewiesen. Bei Erdbeben am 25. Jänner 1348 und am 4. Dezember 1690 erlitt die Stadt schwere Schäden. Gegen die einfallenden Türken soll 1492 eine Schlacht bei Villach geschlagen worden sein, die historisch allerdings nicht belegt ist.
Villach hatte bereits während der Römerzeit eine steinerne Brücke über die Drau und wurde im Jahr 878 erstmals urkundlich als Brückenort ausgewiesen. Während des Hochmittelalters führte der sogenannte schräge Durchgang von Wien nach Venedig, einer der wichtigsten Transitwege in Mitteleuropa, durch Villach. Die Villacher Draubrücke wurde auch im Jahr 1649 in der Topographia Germaniae von Matthäus Merian topografiert.
Die erste Villacher Bürgermeisterwahl fand 1588 statt und wurde von Michael Grundtner gewonnen. Im Amt des Bürgermeisters wechselten sich häufig einzelne Ratsbürger ab, so dass öfters dieselbe Person mehrmals gewählt wurde. Die Bürgermeister gehörten im Mittelalter dem Stadtpatriziat an, im folgenden 16. und 17. Jahrhundert fast durchwegs dem Handels- und Gewerbestand.