Vorpommern
Teil von Mecklenburg-Vorpommern, ackergeprägte offene Kulturlandschaft
er Name Vorpommern geht auf die Teilung Pommerns in Pommern-Wolgast und Pommern-Stettin im Jahr 1532 zurück. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 umfasste Vorpommern den zum Königreich Schweden gehörenden Teil Pommerns einschließlich der Odermündung mit Stettin und Cammin. Der Teil südlich der Peene kam 1720 zu Preußen und wurde später Altvorpommern genannt. Der nördliche Teil stand von 1715 bis 1721 unter dänischer Militärverwaltung, gehörte aber bis zum Kieler Frieden 1814 zu Schweden. Er wurde dann Dänemark zugesprochen, was praktisch folgenlos blieb, weil Dänemark die geforderten Kriegsentschädigungen nicht zahlen konnte. Auf dem Wiener Kongress kam das Gebiet im Herbst 1815 zu Preußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Vorpommern zum größten Teil zur Sowjetischen Besatzungszone und wurde mit Mecklenburg zum Land Mecklenburg-Vorpommern vereinigt. 1947 befahl die Sowjetische Militäradministration die Umbenennung des Landes in Mecklenburg. Nach der Gründung der DDR 1949 wurde der Landesteil 1952 vorwiegend Teil der Bezirke Rostock und Neubrandenburg. 1990 wurde Vorpommern Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.
Unter Vorpommern verstand man spätestens seit dem Westfälischen Frieden 1648 den Teil Pommerns westlich der Oder, also inklusive der Hauptstadt Stettin. Durch die nach dem Zweiten Weltkrieg gezogene und 1950 vereinbarte Grenze kam das Gebiet zwischen ihr und der Oder einschließlich Wollin, Swinemünde und Stettin zu Polen, das damit die Kontrolle über die Odermündung erhielt. Der Begriff Vorpommern wird heute allgemein für den deutschen Teil Pommerns verwendet. Die einstige Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern ging seit der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR weitgehend verloren. Mit der Kreisgebietsreform 2011 näherte man sich diesem Grenzverlauf nur teilweise wieder an. Bis 1937 gehörte die Exklave Zettemin bei Stavenhagen zur Provinz Pommern, kam aber durch das Groß-Hamburg-Gesetz zu Mecklenburg. Die Grenze in Wolde bei Altentreptow verlief bis 1873 mitten durch den Ort.
Die 1456 von den Pommernherzögen gegründete Universität Greifswald ist nach Rostock die zweitälteste Hochschule im Ostseeraum und eine der ältesten deutschen Universitäten. Wegen der geopolitischen Lage und der Verbindungen nach Schweden zur Zeit Schwedisch Pommerns war sie eine wichtige Kulturbrücke zu den skandinavischen Ländern. Für die Provinz Pommern war sie zugleich die einzige Landesuniversität. Namensgeber war von 1933 bis 2018 der vorpommersche Schriftsteller Ernst Moritz Arndt.