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Waldeck

Adelsgeschlecht und deutsches Land

ie Grafen von Waldeck gingen aus den Grafen von Schwalenberg hervor, deren Stammvater Widekind I. war. Die Burg Waldeck über der Eder ist erstmals 1120 bezeugt. Ab 1180 nannte sich ein Zweig der Schwalenberger nach dieser Burg, nachdem Volkwin II. von Schwalenberg sie durch seine Heirat mit Luitgard, der Tochter des Grafen Poppo I. von Reichenbach und Hollende und Erbin von Waldeck, erworben hatte. Diesem Geschlecht gelang es im Laufe der Geschichte, ein kleines Herrschaftsgebiet im heutigen Nordhessen aufzubauen.

WaldeckTerritorium auf der Karte 164850.9125 N, 11.7828 OAuf der Karte zeigen

Zunächst war Waldeck ein Lehen des Erzbistums Mainz, 1379 wurde die Grafschaft Reichslehen. Nach dem Tod des Grafen Heinrich VI. 1397 spaltete sich die Familie in die ältere Landauer Linie unter Adolf III. und die Waldecker Linie unter Heinrich VII., die einander zeitweise befehdeten. 1431 beziehungsweise 1438 begaben sich beide Linien aus Finanznot, aber auch unter dem Eindruck des landgräflichen Sieges über Kurmainz 1427 und der Lehnsauftragung der Grafschaft Ziegenhain an Hessen, unter die Lehnshoheit der Landgrafschaft Hessen, ab 1576 Hessen-Kassel. Der Landgraf zahlte den Grafen von Waldeck ein Lehnsgeld zur Schuldentilgung und übernahm auch deren verbleibende Schulden. 1486 teilte sich die Waldecker Linie nach dem Tod Heinrichs VIII. erneut in Waldeck-Wildungen und Waldeck-Eisenberg.

Am 6. Januar 1712 wurde Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont von Kaiser Karl VI. in den erblichen Fürstenstand erhoben und nannte sich seitdem Fürst von Waldeck und Pyrmont. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges von 1775 bis 1783 stellte Fürst Friedrich Karl August gegen Bezahlung drei Regimenter den Briten zur Verfügung, insgesamt kämpften 1225 Waldecker Soldaten in Amerika. Das Fürstentum, das 1807 dem Rheinbund beigetreten war, überstand die Wirren um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ohne Eingliederung in das napoleonische Königreich Westphalen. Waldeck musste sich verpflichten, katholischen Bürgern Gleichberechtigung in ihrer Religionsausübung zu sichern und im Falle eines Feldzuges 400 Soldaten zu stellen. Eine Erbteilung 1806 zwischen den Brüdern Friedrich und Georg endete schon nach sechs Jahren mit dem Tod Friedrichs.

Erst 1926 kündigte der Freistaat Preußen den Akzessionsvertrag. Am 9. April 1927 wurde das Finanzausgleichsgesetz geändert, was für Waldeck eine Verminderung der Reichssteuerzuweisungen um fast 600.000 Reichsmark bedeutete. Ohne unzumutbare Steuererhöhungen war der Freistaat Waldeck finanziell nicht mehr lebensfähig. Er wurde daher am 1. April 1929 aufgelöst und als Teil der Provinz Hessen-Nassau in Preußen eingegliedert. Waldeck hörte damit auf, als eigenständiger Staat zu existieren.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel WaldeckVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267575163redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Axel Hindemithentstanden 2012CC BY 3.0Quelle