Wartburg
Burg über der Stadt Eisenach in Thüringen, Deutschland
ie Wartburg ist eng mit der deutschen Geschichte verknüpft. Von 1211 bis 1227 lebte und wirkte Elisabeth von Thüringen auf der Burg, die zeitweise als Nationalheilige galt. Im Februar 1247 starb dort Landgraf Heinrich Raspe IV., römisch-deutscher Gegenkönig zu Friedrich II. Vom 4. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 lebte Martin Luther, versteckt als Junker Jörg, auf der Burg und übersetzte in nur elf Wochen das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche. Ab 1777 hielt sich zudem Johann Wolfgang von Goethe häufig dienstlich wie privat auf der Wartburg und in Eisenach auf und zeichnete die Burg mehrfach.
Die Ludowinger errichteten die Wartburg. Ihr Ahnherr war Ludwig der Bärtige, der eine Rodungsherrschaft im Raum Gotha-Eisenach gründete und wahrscheinlich die Schauenburg bei Friedrichroda erbaute. Sein Sohn Ludwig der Springer trat dieses Erbe an und soll die Wartburg gegründet haben.
Als Parteigänger des Erzbischofs von Mainz gewannen die Ludowinger rasch an Macht. 1131 wurde Ludwig I., der Sohn Ludwigs des Springers, von König Lothar III. in den Landgrafenstand erhoben und den Herzögen gleichgestellt. Die Annäherung an das Kaiserhaus der Staufer führte zur Abkehr vom Mainzer Erzbischof, und die Landgrafen expandierten in Thüringen auf dessen Kosten. Aus dieser frühen Zeit sind nur wenige bauliche Reste erhalten, da viele Bauten aus Holz bestanden. Landgraf Ludwig II., der von 1140 bis 1172 regierte, war der wichtigste Bauherr der Ludowinger. Unter seiner Leitung entstand um 1156 bis 1162 der kulturhistorisch bedeutsame Palas als eigenständiger Repräsentationsbau mit Wohnfunktion.
Martin Luther wurde nach dem Reichstag zu Worms 1521 mit der Reichsacht belegt. Am 26. Mai 1521 verhängte der Reichstag das auf den 8. Mai rückdatierte Wormser Edikt gegen ihn, das die Ächtung auf das gesamte Heilige Römische Reich Deutscher Nation ausdehnte und seine Werke verbot. Er war damit vogelfrei, erhielt jedoch gemäß der Zusage an seinen Kurfürsten freies Geleit. Später bereute Karl V. diese Zusage, weil die folgende Reformation die Einheit seines Reiches zerstörte.