Weiße Elster
Nebenfluss der Saale
Name und Herkunft
er Name Elster hat nichts mit dem Vogel zu tun, sondern geht auf eine indogermanische Wurzel für fließen zurück, mit germanischer Endung. Flussnamen gleicher Herkunft finden sich in ganz Europa, etwa die Alster. Im Slawischen bedeutet die verwandte Bezeichnung die Eilende. Der Zufluss Schwarzbach in Adorf im Vogtland trug bis ins 17. Jahrhundert den Namen Schwarze Elster, wegen seines eisenhaltigen, dunkleren Wassers, wodurch sich die hellere Weiße Elster abhob. Diese ist nicht zu verwechseln mit der eigentlichen Schwarzen Elster, einem in der Lausitz entspringenden Nebenfluss der Elbe. Nach dem Fluss wurde das Elstergebirge benannt, das sich über sächsisches und böhmisches Vogtland erstreckt. Auch die Elster-Kaltzeit, die älteste Kaltzeit des aktuellen Eiszeitalters mit großräumiger Vergletscherung Norddeutschlands, trägt ihren Namen.
Verlauf durch die Mittelgebirge
Etwa zehn Kilometer nach der Quelle überquert die Weiße Elster die Grenze ins sächsische Vogtland. Hinter Oelsnitz wird sie durch die Talsperre Pirk aufgestaut und durchfließt danach Weischlitz, Kürbitz und Straßberg. Anschließend erreicht sie Plauen, fließt durch die Täler der Vogtländischen Schweiz und verlässt hinter Elsterberg zunächst Sachsen. In Thüringen durchfließt sie Greiz und Gera, tritt kurz vor Gera aus dem Vogtländischen Mittelgebirge heraus und in die Saale-Elster-Sandsteinplatte ein. Diese verlässt sie kurz vor Zeitz in Sachsen-Anhalt und erreicht damit das Norddeutsche Tiefland.
Die Alte Elsterbrücke in Plauen
Die Alte Elsterbrücke in Plauen wurde 1244 als steinerne Brücke erstmals urkundlich erwähnt und ist damit die zweitälteste Brücke Sachsens. An dieser Stelle trafen zwei der ältesten Handelsstraßen aufeinander, eine aus Nürnberg, eine aus Augsburg, und führten weiter nach Thüringen beziehungsweise nach Osten. Die Brücke gehörte zur alten Stadtbefestigung Plauens, ist 75 Meter lang und sieben Meter breit und besteht aus sechs steinernen Bögen. Sie besaß früher zwei Turmaufbauten, die Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen wurden. 1888 wurde sie nach einem Umbau neu geweiht und erhielt den Namen König-Albert-Brücke. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie beschädigt, danach wieder aufgebaut und 1949 umbenannt. In den 1970er Jahren entstand eine neue Brücke, die alte diente danach nur noch Fußgängern. Seit 1991 trägt sie den Namen Alte Elsterbrücke.